28.11.2017  Bitcoin nahe 10.000 Dollar - Bankmanager im Krypto-Sturm

Banken, Zentralbanken und ein heißes Eisen namens Bitcoin

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Bitcoin-Münze
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Bitcoin-Münze

Der Bitcoin, inzwischen unterwegs zum Sprung über die 10.000-Dollar-Marke, bleibt ein heißes Thema an den Finanzmärkten. Erfunden wurde die Kryptowährung vor Jahren als Alternative zum Banken-dominierten traditionellen Geldsystem. Doch mit zunehmender Popularität und vor allem mit dem enorm steigenden Bitcoin-Preis rückt die Digitalwährung inzwischen auch zunehmend in den Fokus von Geschäfts- und Zentralbanken.

Die Digitalwährung Bitcoin hat ihre Rekordjagd am Dienstag fortgesetzt und auf einigen Handelsplattformen die Marke von 10.000 US-Dollar geknackt. Am Vormittag zeigten die Kurse der Portale "Gatecoin", "Lykke" und "Remitano" erstmals Preise oberhalb der neuen Rekordmarke. Auf den führenden Handelsplattformen wie zum Beispiel "Bitstamp" oder "Coinbase" blieben die Notierungen am Dienstag aber weiter knapp unter der Marke von 10 000 Dollar.

Der Preis für das von Computern geschaffene Geld hat sich seit Jahresbeginn verzehnfacht. Hintergrund für den enormen Kursanstieg sind Spekulationen, dass die renommierte US-Börse CME noch dieses Jahr einen Future auf Bitcoin auflegt. Mit einem solchen Finanzprodukt würden Invesotren leichteren Zugang zu der virtuellen Währung haben und sie könnten auf steigende oder fallende Kurse wetten. Ein indexbasierter Fonds (ETF) auf Bitcoin dürfte nach Meinung von Experten bald folgen.

Was die Bankchefs vom Bitcoin halten

Axel Weber beispielsweise, der frühere Chef der Bundesbank und heutige Verwaltungsratspräsident der Schweizer UBS , riet den Notenbanken weltweit kürzlich in einem Interview mit der "Financial Times", nicht so sehr auf die Risiken und stattdessen mehr auf die Chancen dieser Entwicklung zu schauen und sich dem Thema Krypto-Währungen stärker zu öffnen.

Auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die Zentralbank der Zentralbanken also, teilte bereits mit, Krypto-Währungen seien bereits zu groß, um ignoriert zu werden. Jede Notenbank, so die BIZ kürzlich in einem Quartalsbericht, müsse sich damit auseinandersetzen.

Doch was tut der Bankensektor tatsächlich in Sachen Bitcoin und Krypto-Währungen? Wie verhalten sich Zentralbanken? Und wie positionieren sich Geschäftsbanken rund um den Globus?

Ein Überblick zeigt: So gut wie alle Institute beschäftigen sich offensichtlich mit dem Thema. In vielen Fälle stecken die Aktivitäten jedoch noch in den Kinderschuhen. Und eine abschließende Meinung geschweige denn ein Plan für ein konkretes Vorgehen wurde vielfach noch nicht gefunden - von einigen Ausnahmen abgesehen.

Beispiel Zentralbanken, deren Haltung zum Thema Krypto-Währungen die Finanzinformationsplattform Bloomberg zusammengefasst hat. Die Notenbanken in aller Welt stehen bei dem Thema vor allem vor zwei Fragen, so Bloomberg. Erstens: Wie sollen sie sich in Bezug auf die zunehmende Popularität und Bedeutung bestehender Krypto-Währungen wie Bitcoin oder Ethereum verhalten? Und zweitens: Sollen sie, wie auch von der BIZ angeregt, womöglich eigene Digital-Währungen herausgeben?

Besonders weit bei der Beantwortung dieser Fragen ist offenbar bereits die People's Bank of China. Um das Geschehen nicht aus der Kontrolle zu verlieren, haben die Behörden in der Volksrepublik der Ausgabe neuer Krypto-Währungen, so genannten Initial Coin Offerings (ICOs), kürzlich einen Riegel vorgeschoben. Schon seit 2014 beschäftigt sich zudem ein Research-Team der Zentralbank mit der Möglichkeit zur Ausgabe einer eigenen Digitalwährung, so Bloomberg. Noch gebe es zwar kein konkretes Datum für eine solche Emission. Von offizieller Seite heiße es jedoch, auf dem digitalen Weg könne die Effizienz und Kontrolle des Zahlungsverkehrs verbessert werden.

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