31.05.2018 
Aktie bricht ein

US-Aufseher sehen Deutsche Bank als "Problembank"

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Deutsche Bank in New York: Die US-Behörden sehen das Institut kritisch.
REUTERS
Deutsche Bank in New York: Die US-Behörden sehen das Institut kritisch.

Als hätte die Deutsche Bank nicht schon mit ausreichend Ungemach zu kämpfen, kommt nun noch weiterer hinzu: Medienberichten zufolge wurde der US-Arm des hiesigen Branchenprimus in den Vereinigten Staaten auf eine Liste des dortigen Einlagensicherungsfonds FDIC gesetzt, auf der "Problembanken" geführt werden, deren Risiken ihre Existenz gefährden.

Investoren reagieren bereits fluchtartig auf die Information - die Aktie der Deutschen Bank fällt zeitweise um mehr als 7 Prozent auf ein Rekordtief.

Wie die "Financial Times" berichtet, gab die FDIC vor einer Woche bekannt, ihre Liste mit den fraglichen "Problembanken" sei von 95 Instituten auf 92 geschrumpft. Zugleich sei jedoch das Volumen der Vermögenswerte dieser Banken von 13,9 Milliarden Dollar auf 56,4 Milliarden Dollar gestiegen. Letzteres legt laut "FT" nahe, dass eine Bank mit Assets von etwa 42 Milliarden Dollar neu auf die Liste genommen wurde.

Offiziellen Dokumenten zufolge verfügte der US-Amerikanische Zweig der Deutschen Bank, der unter dem Namen Deutsche Bank Trust Company Americas (DBTCA) firmiert, im April über Assets von 42,1 Milliarden Dollar.

Wie zudem der "FT" zufolge eine mit der Situation vertraute Person sagte, handelt es sich bei der neuen "Problembank" der FDIC um den US-Arm der Deutschen Bank. Die gleiche Information publizierte auch das "Wall Street Journal", ebenfalls mit Verweis auf Leute, die mit der Angelegenheit vertraut seien.

Die FDIC, die die Namen der Banken auf ihrer Liste nicht veröffentlicht, wollte den Berichten zufolge die Sache nicht kommentieren. Auch ein Sprecher der Deutschen Bank lehnte laut "FT" einen Kommentar ab. Er verwies darauf, die Deutsche Bank sei bestens kapitalisiert und habe signifikante Liquiditätsreserven, so die Zeitung.


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Voraussetzung für das prekäre Listing der DBTCA war dem "Wall Street Journal" zufolge eine Herabstufung des Unternehmens durch die US-Zentralbank Federal Reserve, das bereits vor etwa einem Jahr stattgefunden habe. Dem nicht öffentlichen sogenannten "CAMELS"-Urteil der Fed zufolge befindet sich der US-Zweig der Deutschen Bank in problematischer Verfassung, so das WSJ". Die besten Banken erhalten demnach auf der von 1 bis 5 reichenden "CAMELS"-Skala ein Rating von 1. Um auf die Liste der "Problembanken" zu gelangen, sei dagegen ein Rating von 4 oder 5 erforderlich.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Deutsche Bank Probleme mit den US-Behörden hat. Die DBTCA geriet bereits ins Zwielicht im Zusammenhang mit der Einhaltung der sogenannten Volcker-Regel zum Eigenhandel sowie mit Geldwäschegeschäften in Russland, schreibt die "FT". Zweimal sei das Institut zudem durch den Stresstest der Federal Reserve gefallen, bis es ihn im Jahr 2017 endlich bestand. Da waren allerdings die Anforderungen bereits gelockert.