19.12.2017  Investoren meiden China-Holding HNA

Die Geldnot des Hauptaktionärs der Deutschen Bank

Von
World Travel & Tourism Council

Aus Sicht der Deutschen Bank ist es schon fast ein Fortschritt: Es droht mal wieder eine Investorenpanik. Diesmal trifft sie aber nicht die Bank selbst, sondern nur ihren größten Aktionär HNA - diejenige chinesische Firma, die der Deutschen Bank zu Jahresbeginn aus der Patsche geholfen und die Kapitalerhöhung wesentlich mitgetragen hatte.

Die rasante Expansion des vor wenigen Jahren noch kaum bekannten Unternehmens zu einem der größten chinesischen Firmenkäufer auf der Weltbühne fordert nun ihren Tribut. Nicht nur die Gläubiger argwöhnen, das von der südchinesischen Insel Hainan stammende Unternehmen könne sich übernommen haben.

Wie "Bloomberg" berichtet, musste am Dienstag zum dritten Mal in diesem Monat eine HNA-Tochterfirma einen Verkauf von Schuldscheinen absagen. Die Fluggesellschaft Tianjin Airlines nannte "Marktfluktuationen" als Grund, und betonte ihr solides operatives Geschäft. Gedacht waren die neuen Wertpapiere, um Anfang 2018 fällige alte Anleihen abzulösen. Mit den aktuell von HNA-Unternehmen geforderten Risikoaufschlägen aber werden die Zinskosten zu hoch - bis zu 9 Prozent verlangen Investoren, um dem Konzern für ein Jahr Geld zu leihen.

Nach Berechnung von Bloomberg haben sich die Zinskosten von HNA im ersten Halbjahr auf 15,6 Milliarden Yuan (2 Milliarden Euro) im Jahresvergleich verdoppelt. Die Schulden des Konglomerats stiegen auf 185,2 Milliarden Yuan (23,8 Milliarden Euro). Nach eigenen Angaben belaufen sich die zugesagten (aber nur zum Teil beanspruchten) Kreditlinien sogar auf 800 Milliarden Yuan.

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