08.02.2018  Deutsche-Bank-Großaktionär fürchtet "Reaktionäre Kräfte"

HNA-Co-Chairman spricht von "Verschwörung gegen die Partei"

Von
Wang Jian
AFP
Wang Jian

Um den größten Aktionär der Deutschen Bank steht es nicht gut. Das mit chinesische HNA-Konglomerat hat einen drohenden Liquiditätsmangel eingeräumt und angekündigt, einen Teil seiner im Eiltempo mit hohen Schulden zugekauften Firmenbeteiligungen wieder abzustoßen.

In dieser Bedrängnis greift die Konzernführung offenbar zu Verschwörungstheorien und Durchhalteparolen. "Bloomberg" zitiert aus einer Rede, die Co-Chairman Wang Jian - neben Chen Feng ein Mitgründer und maßgeblicher HNA-Aktionär - am 3. Februar im Aufsichtsrat gehalten haben soll und die dem Bericht zufolge auch an Mitarbeiter verteilt wurde.

Wang bestreitet wachsende Schuldenprobleme von HNA - in Wahrheit habe sich das Verhältnis von Schulden zu Eigenkapital acht Jahre in Folge verbessert - und beklagt unfaire Medienberichte. Ihm zufolge werde die Firma "nicht unter einem Mikroskop, sondern unter einem Nanoskop" durchleuchtet.

Doch bei diesem defensiven Ton bleibt es nicht. Wang spricht in dem Dokument von "Angriffen reaktionärer Kräfte sowohl auch China als auch Übersee, die dem Aufstieg Chinas entgegenwirken" und sich HNA als Ziel suchten. Dies sei "eine große Verschwörung gegen das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei mit Xi Jinping im Zentrum".

Parteichef Xi für HNA zu vereinnahmen, ist bemerkenswert. Wer genau die "reaktionären Kräfte" seien, geht aus dem Transkript nicht hervor. Naheliegend wäre der Gedanke an den in New York lebenden chinesischen Geschäftsmann Guo Wengui, den HNA bereits in den USA wegen Verleumdung verklagt hat.

Guo hatte eine Reihe von Berichten über das komplexe Eigentümergeflecht hinter HNA ausgelöst, unter anderem mit der Behauptung, ausgerechnet Xi Jinpings Mann für die Anti-Korruptions-Kampagne, Wang Qishan (nicht verwandt mit Wang Jian) sei der wahre Kontrolleur des HNA-Milliardenreichs.

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