15.01.2019 
18 Milliarden Dollar Jahresgewinn

Citigroup verdient mehr, als die Deutsche Bank wert ist

Michael Corbat: Der Citigroup-Chef musste im vierten Quartal sinkende Erträge ausweisen. Auf Jahressicht steht aber ein dicker Gewinn
ddp/Kris Tripplaar/Sipa USA
Michael Corbat: Der Citigroup-Chef musste im vierten Quartal sinkende Erträge ausweisen. Auf Jahressicht steht aber ein dicker Gewinn

Die Bilanz der Citigroup im vierten Quartal ist gemischt ausgefallen. Zwar kann die US-Großbank dank Einsparungen den Gewinn deutlich steigern. Vor allem aber die stark gesunkenen Erträge im Anleihenhandel lassen aufhorchen und sind kein gutes Omen für die Deutsche Bank.

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten haben der Citigroup im vierten Quartal zugesetzt. Dank Einsparungen stieg der bereinigte Gewinn im Schlussquartal zwar um 14 Prozent auf 4,22 Milliarden Dollar, teilte die Großbank am Montag mit. Die Konzernerträge sanken jedoch um 2 Prozent auf 17,1 Milliarden Dollar. "Ein volatiles viertes Quartal hat einige unserer marktsensiblen Bereiche getroffen, insbesondere den Anleihenhandel", sagte Citigroup-Chef Michael Corbat.

Im Anleihenhandel brachen die Erträge um 21 Prozent ein - ein schlechtes Omen auch für die Deutsche Bank, die in dem Geschäft traditionell stark vertreten ist. Citigroup-Aktien verloren vorbörslich rund 2 Prozent. Auch die Aktien der Deutschen Bank gaben nach.

Im Gesamtjahr 2018 fuhr Citigroup einen Gewinn von 18 Milliarden Dollar ein - mehr als die Deutsche Bank an der Börse wert ist. 2017 hatte die Wall-Street-Bank noch einen Verlust von 6,8 Milliarden ausgewiesen. Damals hatte ein Einmaleffekt aus der US-Steuerreform, die den Wert von Verlustvorträgen aus der Finanzkrise minderte, das Ergebnis belastet.

18 Milliarden Dollar Jahresgewinn

Doch insgesamt sind die Folgen der Steuerreform von US-Präsident Donald Trump positiv für die Branche: Die auf 21 Prozent von 35 Prozent gesunkene Körperschaftssteuer kurbelt die Gewinne der Citigroup und der Konkurrenten an. Zudem profitieren die Wall-Street-Häuser von den steigenden US-Zinsen und der robusten Kreditnachfrage.


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Citigroup-Chef Corbat zeigte sich zuversichtlich, 2019 das Ziel einer Eigenkapitalrendite (RoTCE) von 12 Prozent zu erreichen. Im vergangenen Jahr schaffte Citi 10,9 Prozent, etwas mehr als erwartet.

Die Citigroup eröffnete den Bilanzreigen der US-Banken. Am Dienstag legen JP Morgan und Wells Fargo ihre Zahlen vor, am Mittwoch folgen Bank of America und Goldman Sachs. Morgan Stanley präsentiert seine Bilanz am Donnerstag. Etwas länger müssen sich die Anleger der Deutschen Bank gedulden: Sie will ihre Ergebnisse am 1. Februar veröffentlichen.

rei/reuters

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