13.03.2019 
Aareal Bank und Co

Die schwelenden Brexit-Risiken der Immobilienbanken

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Skyline von London: Sollte es zu einem ungeregelten Brexit kommen, so könnte dies vor allem einige deutsche Hypothekenbanken hart treffen.
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Skyline von London: Sollte es zu einem ungeregelten Brexit kommen, so könnte dies vor allem einige deutsche Hypothekenbanken hart treffen.

Im Zusammenhang mit dem bevorstehenden EU-Austritt der Briten hat die US-Ratingagentur Moody's einige deutsche Hypothekenbanken ins Visier genommen. Sollte es zu einem "harten Brexit" kommen, so die Analysten, dann wäre dies ein besonderes Risiko insbesondere für die Aareal Bank , die Deutsche Pfandbriefbank sowie die Deutsche Hypothekenbank.

Der Grund: Die drei auf die Finanzierung von Gewerbeimmobilien-Deals spezialisierten Institute sind in besonders starkem Maße auf dem britischen Immobilienmarkt engagiert. Die Aareal Bank beispielsweise verfügt laut Moody's über Engagements auf der Insel in Höhe von vier Milliarden Euro - bei einem Gesamtportfolio von 26,5 Milliarden Euro. Bei der Deutschen Pfandbriefbank haben den Angaben zufolge 4,3 Milliarden Euro des Portfolios im Gesamtvolumen von 29,9 Milliarden Euro einen Bezug zu Großbritannien. Bei der Deutschen Hypothekenbank sind es 1,5 Milliarden Euro von 12,1 Milliarden Euro.

Die drei Banken stechen mit diesen Werten in Bezug auf das Vereinigte Königreich aus der hiesigen Bankenlandschaft heraus, so Moody's. Andere Institute wie beispielsweise im Hypothekenbereich die Berlin Hyp und die DZ Bank, aber auch Universalbanken wie die Deutsche Bank seien geringer engagiert und hätten ihre Risiken zum Teil in den vergangenen Monaten bereits zurückgefahren.

Für die Aareal Bank, die Deutsche Pfandbriefbank sowie die Deutsche Hypothekenbank kann es daher nach Ansicht der Analysten gefährlich werden, insbesondere, wenn ein Brexit ohne vertragliche Grundlage mit der EU zustande kommt. Ein Szenario, das spätestens nach den jüngsten Abstimmungsniederlagen der britischen Premierministerin Theresa May immer wahrscheinlicher zu werden scheint.

Ein solcher "harter Brexit", so Moody's, könne zu erheblichen Verwerfungen auf den britischen Immobilienmärkten führen, starke Preisrückgänge inklusive.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Anleger an der Börse reagierten trotz allem unterschiedlich auf die Warnung von Moody's. Während die Aktie der Deutschen Pfandbriefbank bis Mittag etwa 0,6 Prozent an Wert verlor, legte das Papier der Aareal Bank sogar um 0,8 Prozent zu. Der MDax-Index der mittelgroßen Werte, in dem die Aareal Bank gelistet ist, notierte zur gleichen Zeit unverändert.

Beide Institute befinden sich allerdings bereits seit Monaten unter erheblichem Kursdruck, was ebenfalls mit dem Brexit-Risiko zusammenhängen dürfte.

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