12.10.2017  Bank bleibt auf Osram-Aktien sitzen

Deutsche Bank blutet für Siemens

Deutsche Bank-Vize-CEO Marcus Schenck (l.), zuständig auch für das Investmentbanking, und CEO John Cryan.
REUTERS
Deutsche Bank-Vize-CEO Marcus Schenck (l.), zuständig auch für das Investmentbanking, und CEO John Cryan.

Die Deutsche Bank hat bei ihrer geplanten Aufholjagd im Investmentbanking einen Rückschlag erlitten: Das Frankfurter Geldhaus ist offenbar bei der Platzierung der restlichen Osram -Aktien von Siemens auf Papieren im Wert von rund 200 Millionen Euro sitzengeblieben.

Das Geldhaus meldete am Mittwoch eine Beteiligung von knapp sechs Prozent an dem Münchner Lichttechnik-Konzern, wie aus einer Pflichtveröffentlichung hervorgeht. Zuvor hatte die Bank über ihren Vermögensverwalter Deutsche Asset Management nur 3,01 Prozent gehalten.

Die Deutsche Bank und die US-Investmentbank Citi hatten in der vergangenen Woche für Siemens ein Paket von 17,3 Prozent an Osram über Nacht bei Investoren unterbringen wollen. Bereits am Tag danach hatten Gerüchte die Runde gemacht, die beiden Banken hätten nicht genügend Abnehmer dafür gefunden. In diesem Fall übernehmen die platzierenden Banken die Aktien meistens auf die eigenen Bücher und versuchen, sie nach und nach über die Börse abzuverkaufen. Mögliche Verluste müssen dann - je nach Vertragsgestaltung - sie selbst tragen.

Siemens, für die die Deutsche Bank diese Dienstleistung übernommen hat, gilt in Deutschland als einer der derzeit wichtigsten Kunden für Investmentbanken. Dessen Vorstandschef Joe Kaeser baut das Konglomerat beständig um - was den Finanzberatern gute Geschäfte verspricht. Um nach den Krisenjahren bei europäischen Kunden wieder stärker Fuß zu fassen, hatte die Deutsche Bank im Sommer ihren Co-Vize-Chef Marcus Schenck an die Spitze des Investmentbankings gesetzt.

Die Osram-Aktie wurde durch den potenziellen Verkaufsdruck zwischenzeitlich belastet. Am Donnerstagmorgen lagt sie bei unter 64 Euro - und damit immer noch unter den 65,05 Euro, zu denen die beiden Banken das Siemens-Paket angeboten hatten. Citi hat bisher keine Position von mehr als drei Prozent an Osram gemeldet.

Reuters, soc

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