18.05.2017  Deutsche Bank: Milliarden für die Postbank, Millionen von den Ex-Vorständen

Die neuen Großaktionäre sichern Achleitners zweite Amtszeit

Deutsche Bank Chefaufseher Paul Achleitner: Einige Aktionäre fordern eine Sonderprüfung zum Libor-Skandal
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Deutsche Bank Chefaufseher Paul Achleitner: Einige Aktionäre fordern eine Sonderprüfung zum Libor-Skandal

Die neuen Großaktionäre der Deutsche Bank haben starken Einfluss auf die Geschäftspolitik des Hauses angekündigt. Alexander Schütz, Vertreter des chinesischen Mischkonzerns HNA, sagte auf der Hauptversammlung des Dax-Konzerns am Donnerstag in Frankfurt, er vertraue auf die Marke Deutsche Bank, auch das Kernkapital habe wieder ein vernünftiges Ausmaß angenommen: "Trotzdem bleibt einiges zu tun". Auch Stefan Simon, der in Absprache mit den Großaktionären aus Katar die Bank beaufsichtigt, kündigte großes Engagement an. Es sei "noch einiges an Wegstrecke zu meistern", besonders bei der "geschäftlichen Neuausrichtung".

Die Aussagen geben einen ersten Hinweis auf ein Spannungsfeld, das sich möglicherweise für die Deutsche Bank eröffnet. Damit ihre Kapitalerhöhung gelingt, hatte die Bank den undurchsichtigen Mischkonzern HNA als Großaktionär aufgenommen - mit 9,9 Prozent sind die Chinesen derzeit größter Anteilseigner der Bank, vor der Herrscherfamilie von Katar und dem weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. Welche Interessen die Großaktionäre aus China und Katar verfolgen und wie stark sie jeweils politisch instrumentalisiert sind, ist aber unklar.

Simon betonte in seiner kurzen Vorstellung vor den Anteilseignern ausdrücklich, sich "zum Wohle aller Aktionäre" einsetzen zu wollen, Schütz positionierte sich als "erfahrener Unternehmer" mit weitreichenden internationalen Kontakten. Jüngst hatte manager-magazin.de über Schütz' Verbindungen zu einer privaten Sicherheitsfirma und einem ukrainischen Oligarchen berichtet.

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