10.04.2017  Ermittlungen gegen Barclays-Boss

Bank-Chef schnüffelt Whistleblower hinterher - Bonus in Gefahr

Von
Barclays-CEO Jes Staley
REUTERS
Barclays-CEO Jes Staley

Britische Behörden ermitteln gegen Barclays-Chef Jes Staley. Das hat die Bank am Montag bekanntgegeben. Der Amerikaner habe 2016 versucht, einen internen Whistleblower zu identifizieren. Als dies im Rahmen einer internen Prüfung bekannt geworden sei, habe man selbst die zuständigen Behörden informiert.

Staley habe versucht, den Absender eines Briefes zu identifizieren, in dem persönliche Anschuldigungen gegen ein Mitglied des höheren Managements erhoben worden seien. Dies verstoße laut "Bloomberg" sowohl in Großbritannien wie auch in den USA gegen Gesetze zum Whistleblower-Schutz.

Der Manager habe sein Verhalten gegenüber dem Board der Bank erklärt, teilte Barclays weiter mit. Eine Untersuchung durch die Kanzlei Simmons & Simmons habe ergeben, dass Staley "ehrlicher-, aber fälschlicherweise" angenommen habe, dass es zulässig sei, den Autor des Briefes zu identifizieren. Das Board habe hingegen festgestellt, dass dem CEO dabei ein Fehler unterlaufen sei - für diesen habe sich der CEO auch bereits entschuldigt.

Nichtsdestoweniger habe das Aufsichtsgremium entschieden, Staley zu rügen - und sein Gehalt zu kürzen: Den CEO erwarte eine "sehr signifikante Anpassung seiner Kompensation", heißt es in der Mitteilung. Wie stark die variablen Vergütungsanteile zusammengestrichen würden, hänge vom Ausgang der behördlichen Ermittlungen gegen Staley ab. Trotzdem verfüge der Amerikaner nach wie vor über das vollste Vertrauen des Boards, sagte Barclays-Chairman John McFarlane - "es wird seine Wiederbestellung auf der Jahreshauptversammlung am 10. Mai unterstützen."

luk

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