24.03.2017  Trotz Brexit

Deutsche Bank sucht neue Zentrale in London

Von
Mietverträge sollen auslaufen: Eines der Gebäude der Deutschen Bank in London
Deutsche Bank
Mietverträge sollen auslaufen: Eines der Gebäude der Deutschen Bank in London

Trotz des Brexit sucht die Deutsche Bank offenbar ein neues Hauptquartier für ihre gut 5000 Beschäftigten in London. Während andere Banken bereits Personal aus London abziehen, setzt die Bank damit ein starkes Zeichen des Vertrauens.

Trotz des anstehenden Brexit hält die Deutsche Bank London die Treue und sucht nach einem Bericht der "Financial Times" (kostenpflichtig) auf mittlere Sicht ein neues Hauptquartier in der Metropole. Der für das Jahr 2023 geplante Umzug unterstreiche die Verbundenheit der Bank zur britischen Hauptstadt und ihre Bedeutung für das Institut, zitiert die Zeitung den Großbritannien-Chef Garth Ritchie. Derzeit arbeiten für den deutschen Branchenführer gut 5000 Menschen in London.

Die Baugenehmigung der Behörden vorausgesetzt will die Bank dem Bericht zufolge in zwei neue Gebäude mit insgesamt rund 47.000 Quadratmetern an die Moorgate-Straße 21 ziehen, quasi in unmittelbarer Nachbarschaft zur Barclays Bank und mit Blick auf den Finsbury Circus Garden.

Derzeit seien die Deutsche-Bank-Mitarbeiter über mehrere Standorte in London verteilt, wo auch die Mietverträge in den kommenden Jahren auslaufen sollen. Der Umzug würde ein effektiveres Zusammenarbeiten nach sich ziehen und "Komplexität reduzieren", zeigte sich Ritchie überzeugt.

Ob es aber tatsächlich so kommt, ist noch unklar. Denn Aussagen des Projektplaners zufolge würden die Anforderungen der Deutschen Bank wohl erhebliche Änderungen am Design des Gebäudes nach sich ziehen. Gespräche über einen 25 Jahre laufenden Mietvertrag seien im Gange, sie würden mehrere Monate in Anspruch nehmen und es gäbe "keine Garantie für einen erfolgreichen Abschluss".

Im Zuge des bevorstehenden Brexit haben bereits mehrere Investmentbanken angekündigt, Personal aus London abzuziehen. Denn mit dem Ausscheiden Großbritanniens aus der EU wird den Edelbankern die Grundlage für bestimmte Geschäfte entzogen. Die Banken müssen damit rechnen, die "Passporting Rights" zu verlieren, die es ihnen erlauben, ihre Produkte auch in der Europäischen Union zu verkaufen.

Die Deutsche Bank hat sich bislang nicht über einen möglichen Personalabzug aus London im Zusammenhang mit dem Brexit geäußert.

Nachrichtenticker

Leser-Empfehlungen