17.02.2017  Ex-Bundesbankpräsident

Axel Weber will bei UBS bis 2022 weitermachen

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Axel Weber: "Nutznießer eines Brexit wird vor allem New York sein"
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Axel Weber: "Nutznießer eines Brexit wird vor allem New York sein"

UBS-Verwaltungsratschef Axel Weber will sein Amt bei der Schweizer Großbank noch bis 2022 ausüben. Dann wäre er zehn Jahre im Amt, das Satzungsmaximum. "Das ist der Plan, solange die Aktionäre weiter für mich stimmen. Ich habe das intern schon angedeutet, und alle haben es einhellig begrüßt", sagte der frühere Bundesbankpräsident dem manager Magazin, dessen neue Ausgabe seit Freitag (17. Februar) im Handel ist.

Am liebsten würde Weber die UBS weiter zusammen mit CEO Sergio Ermotti führen, der seit 2011 amtiert. "Nach meinen Gesprächen mit ihm habe ich den Eindruck: Wir würden die Strecke gern zusammengehen. Wir sind ein starkes Team", sagte Weber im Interview.

In der Finanzkrise war die UBS noch auf Staatshilfe angewiesen, inzwischen steht der Konzern sehr solide da. Sorgen bereitet Weber nun vor allem, dass die Regulierung global auseinanderdriftet, auch wegen der Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump. "Wie umfassend ein möglicher Rollback ausfallen wird, ist schwer abzuschätzen. Aber der Dodd-Frank Act ist ein sehr umfassendes und komplexes Regelwerk, das in Gänze nicht so leicht rückabgewickelt werden kann und auch nicht sollte."

New York als größter Profiteur des Brexit

Problematisch sei auch, dass Regulierung global nicht einheitlich umgesetzt werde. "Ziel war (...) ein einheitliches Grundgerüst mit gleichen Chancen für alle. Wir sehen aber, dass sehr unterschiedliche Regeln implementiert werden. Das ist das Gegenteil von dem, was ursprünglich verabredet wurde." Das werde immer mehr zu einem Kostenproblem, vor allem für kleinere Banken.

Mit Blick auf den Brexit sagte Weber, Nutznießer werde vor allem New York sein. Auch Frankfurt werde profitieren, insgesamt aber würden sich Jobs, die nicht von London nach New York wandern, über ganz Europa verteilen.

"Die Amerikaner und Briten werden sehr stark nach Dublin schauen (...). Südamerikaner wird es nach Madrid ziehen. Das Investmentbanking könnten viele in Paris bündeln, weil dort der Kapitalmarkt bedeutender ist und die europäische Wertpapieraufsicht ESMA sitzt."

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