01.05.2018  Sportwagen-Patriarch leitet Umbruch ein

Wolfgang Porsche schlägt neues Familienoberhaupt vor

Von
Ferdinand Piëch (l.), Wolfgang Porsche
DPA
Ferdinand Piëch (l.), Wolfgang Porsche

Sportwagen-Patriarch Wolfgang Porsche setzt angesichts des weiter schwelenden Streits mit seinem Cousin Ferdinand Piëch auf die neue Generation. "Ich könnte mir vorstellen, dass die Ressentiments zwischen den Familienzweigen in Zukunft keine Rolle mehr spielen", sagte Porsche gegenüber der "Automobilwoche" mit Blick auf die Kandidaten für wichtige Posten bei der Familienholding Porsche SE.

In den Aufsichtsrat der Gesellschaft sollen auf der Hauptversammlung am 15. Mai Peter Daniell Porsche, Stefan Piëch und Josef Michael Ahorner gewählt werden. Diese vierte Familien-Generation mache ihm Hoffnung, so Wolfgang Porsche, der den Aufsichtsrat leitet.

Folgen Sie Nils-Viktor Sorge auf twitter

Die Porsche SE ist eine Finanzholding, die einen Großteil des industriellen Besitzes der Familien Porsche und Piëch bündelt. Sie hält unter anderem die Mehrheit der Stammaktien und Stimmrechte am Volkswagen-Konzern. Dieser wiederum beherrscht den operativ tätigen Autobauer Porsche AG (Dr. Ing. h.c. F. Porsche Aktiengesellschaft).

Ferdinand Oliver Porsche
picture alliance / dpa
Ferdinand Oliver Porsche

Als eigenen Nachfolger als Familiensprecher hat Wolfgang Porsche seinen Neffen im Blick. "Wenn Sie mich nach einem Nachfolgekandidaten fragen, würde ich aus heutiger Sicht am ehesten Ferdinand Oliver Porsche sehen. Er sitzt ja schon seit mehreren Jahren im Aufsichtsrat bei VW und Audi sowie bei der Porsche AG und der Porsche SE", sagte Porsche dem Fachblatt. "Er kennt diese Unternehmen sehr gut. Ihm würde ich diese Rolle voll und ganz zutrauen." Allerdings habe die Familie über einen Nachfolgevorschlag noch nicht entschieden".

Mit Ferdinand Piëch hat Wolfgang Porsche sich weiterhin nicht ausgesprochen, das Verhältnis ist seit dem Streit um Ex-VW-Chef Martin Winterkorn weiter angespannt. "Ich werde nie verstehen, wie mein Cousin diesen Mann, der ihm 35 Jahre lang treu gedient hatte, so fallen lassen konnte und nicht offen mit ihm geredet hat", sagte Porsche dem Fachblatt.

Im Frühjahr 2015 hatte der damalige VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch Winterkorn überraschend das Vertrauen entzogen. Den anschließenden Machtkampf verlor Piëch jedoch und trat von seinem Posten zurück.

Mehr zum Thema