13.01.2017  Freilassung gegen Kaution abgelehnt

Volkswagen-Manager drohen bis zu 169 Jahre Haft

Der am Wochenende in Florida wegen mutmaßlicher Beteiligung am Abgasskandal festgenommene VW-Manager Oliver Schmidt bleibt in Haft. Die Justizbehörden in Miami lehnten den Antrag ab, den Angeklagten gegen Kaution auf freien Fuß zu setzen. Es gebe ein ernstzunehmendes Risiko, dass der Mann nach Deutschland fliehe, von wo er keine Auslieferung zu befürchten habe, und sich so seinem Prozess in den USA entziehe. Dem Deutschen droht im härtesten Fall eine Haftstrafe von 169 Jahren.

Oliver Schmidt:Gerichtsfoto des VW-Managers Schmidt nach der Festnahme
REUTERS / Courtesy of Broward County Sheriffs Office
Oliver Schmidt:Gerichtsfoto des VW-Managers Schmidt nach der Festnahme

"Faktisch sieht er sich mit lebenslangem Gefängnis konfrontiert", sagte eine Sprecher des das Justizministeriums am Donnerstagabend (Ortszeit). Insgesamt gebe es elf Anklagepunkte.

In der 18 Seiten langen Anzeige werden dem VW-Manager Verstöße gegen Umweltgesetze vorgeworfen sowie Teil einer Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten zu sein. Insbesondere wird dem Manager der Versuch vorgeworfen, Abgas-Manipulationen zu vertuscht und Ermittler in die Irre zu geführt zu haben (Hier geht es zum englischen Originaltext der Anzeige.)

Wann der VW-Mitarbeiter, der bis März 2015 in leitender Funktion mit Umweltfragen in den USA betraut war, erstmals vor dem zuständigen Richter Sean Cox in Detroit erscheinen wird, ist noch nicht klar.

Schmidt ist einer von sechs amtierenden und ehemaligen Volkswagen-Managern, die die US-Justiz im Zusammenhang mit der Dieselaffäre strafrechtlich belangen will. Bei den anderen Angeklagten dürfte das aber nicht so einfach werden, da die US-Fahnder in Deutschland schwer Zugriff auf sie haben. In der 39-seitigen Klageschrift sind etliche Anschuldigungen von bewussten Falschaussagen bis hin zur Vernichtung von Beweismitteln gelistet.

VW hatte sich im US-Strafverfahren bereits auf Unternehmensebene schuldig bekannt und kriminelle Handlungen zugegeben. Der Konzern zahlt im Rahmen eines am Mittwoch vom US-Justizministerium verkündeten Vergleichs 4,3 Milliarden Dollar (4,1 Millairden Euro), um straf- und zivilrechtliche Rechtskonflikte beizulegen. Diese Einigung muss aber noch abschließend von Richter Cox genehmigt werden.

rei/dpa/Reuters

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