26.04.2018 
Quartalsbilanz

Seat und Skoda kurbeln VWs Umsatz an

Seat Arona: Das Ergebnis von Seat legte um 51 Prozent zu
Seat
Seat Arona: Das Ergebnis von Seat legte um 51 Prozent zu

Hohe Kosten für Modellanläufe und mehrere Sondereffekte haben Volkswagen zu Jahresbeginn gebremst. Der Betriebsgewinn schrumpft um fast 4 Prozent auf 4,2 Milliarden - auch weil eine neue Rechnungslegung die Bilanz schmälerte. Ohne diesen Effekt lag das bereinigte Ergebnis leicht über dem Vorjahr.

Der Umsatz legte wegen der Rekordauslieferungen im ersten Quartal um 3,6 Prozent auf gut 58 Milliarden Euro zu. Volkswagen stehe wirtschaftlich robust da, sagte der neue Konzernchef Herbert Diess.

Trotz des Dämpfers beim Gewinn bekräftigte das Management den Ausblick für das laufende Jahr. Demnach soll der Umsatz um bis zu 5 Prozent steigen und die operative Rendite zwischen 6,5 und 7,5 Prozent liegen. Analysten hatten dies in den vergangenen Monaten als wenig ambitioniert kritisiert. An der Börse kamen die Zahlen dennoch gut an. Die VW-Aktie legte zeitweise um mehr als 4 Prozent zu.

Bei den einzelnen Marken stach erneut Skoda hervor, die ihr Ergebnis um 5,3 Prozent auf 437 Millionen Euro steigerte. Seat verbesserte sich sogar um 51 Prozent. Die Hauptmarke VW, die Diess neben seinen Aufgaben als Konzernchef weiter führt, steigerte den Betriebsgewinn nur leicht auf 879 Millionen Euro. Grund waren negative Wechselkurseffekte und Vorleistungen für neue Produkte, die das Ergebnis belasteten. Auch der Oberklassehersteller Audi und die Sportwagenmarke Porsche steigerten sich.

Betriebsgewinn könnte in drei Jahren auf 25 Milliarden Euro steigen

Diess hatte Mitte April überraschend Matthias Müller an der Spitze des weltgrößten Autokonzerns abgelöst. Er baut die Führung in sechs Geschäftsfelder um, wobei die Marken künftig in den Segmenten Massenmarkt, Premium und Luxus gebündelt werden. So will Diess erreichen, dass der schwerfällige Tanker wendiger wird und Doppelarbeiten vermieden werden.

Unternehmenskenner gehen davon aus, dass Volkswagen dadurch schlummernde Kräfte freisetzen kann und der Gewinn steigt. Insider halten schon in drei, vier Jahren einen Betriebsgewinn von 25 Milliarden Euro für möglich. Im vergangenen Jahr lag das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen bei 17 Milliarden Euro, ein Rekord. Davon flossen für die Aufarbeitung des Dieselskandals weitere Milliarden ab. Dennoch war der Reingewinn mit 11,6 Milliarden Euro beinahe doppelt so hoch wie im Vorjahr.

mg/rtr

Mehr zum Thema