04.01.2019 
Autoabsatz in den USA 2018

VW und BMW verkaufen mehr Autos, Daimler und Audi nicht

Eingang zum VW-Werk Chattanooga, Tennessee, USA
DPA
Eingang zum VW-Werk Chattanooga, Tennessee, USA

Jüngste Daten zu den Autoverkäufen in den USA zeigen: VW lässt den Abgasskandal hinter sich, die US-Schwergewichte GM und Ford haben Probleme. BMW kann nach längerer Durststrecke wieder punkten, Daimler und Audi fielen 2018 auf dem weltgrößten Automarkt zurück.

Nach dem Absatzeinbruch im Zuge des Abgasskandals hat Volkswagen seine US-Verkäufe 2018 das zweite Jahr in Folge gesteigert. Dank gefragter SUV-Modelle wurden dort insgesamt 354.064 Pkw mit dem VW -Logo an die Kundschaft gebracht, teilte der Wolfsburger Autobauer am Donnerstag mitteilte. Das entspricht einem Anstieg von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Dezember gab es in den USA ein Verkaufsplus von 5,8 Prozent auf 32.047 Fahrzeuge.

VW schlug sich damit zum Jahresende deutlich besser als die größten US-Hersteller General Motors (GM) und Ford . Marktführer GM, der seine Ergebnisse nur alle drei Monate vorlegt, wurde im vierten Quartal 2,7 Prozent weniger Neuwagen los als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Ford meldete für den Einzelmonat Dezember ein Minus von 8,8 Prozent.

GM und Ford mussten 2018 deutlich Federn lassen

Im Gesamtjahr 2018 verbuchten die US-Schwergewichte ebenfalls spürbare Rückgänge. Bei GM sanken die Verkäufe um 1,6 Prozent auf knapp 3,0 Millionen Fahrzeuge und bei Ford um 3,5 Prozent auf 2,5 Millionen Autos. Nach jahrelangem Absatzboom kühlt sich der US-Markt angesichts höherer Zinsen und gestiegener Spritpreise schon seit längerem ab. Analysten sehen auch im neuen Jahr keine Trendwende.

GM und Ford machen darüber hinaus steigende Materialkosten zu schaffen, was unter anderem am US-Zollstreit mit Handelspartnern wie China und der EU liegt. GM kündigte im November bereits an, die Produktion zu drosseln und massiv Arbeitsplätze in Nordamerika abzubauen. Auch Ford will die Kosten drastisch senken.

Nicht für alle Autobauer war der Jahresabschluss indes enttäuschend. Fiat Chrysler steigerte den Absatz im Dezember dank florierender Jeep-Verkäufe um 14 Prozent. Die japanischen Branchengrößen Nissan und Honda legten um 7,6 Prozent beziehungsweise 3,9 Prozent zu, während Rivale Toyota einen Rückgang um 0,9 Prozent hinnehmen musste. Die Volkswagen-Tochter Porsche erhöhte ihre Verkäufe im Dezember um 4,4 und im Gesamtjahr 2018 um 3,2 Prozent.

BMW kann wieder punkten, Daimler und Audi fallen zurück

BMW setzte im vergangenen Jahr in den USA erstmals seit 2015 wieder mehr Autos ab. Wegen des Erfolgs bei SUV-Modellen stieg der Absatz bei der Stammmarke BMW um 1,7 Prozent auf 311.014 Autos, wie der Konzern mitteilte. Zuvor hatte BMW in den USA zwei magere Jahre mit Rückgängen verzeichnet. Die Zweitmarke Mini allerdings schwächelte 2018: 43.684 Fahrzeuge bedeuteten ein Minus von 7,3 Prozent.

Der Autobauer Daimler musste ebenfalls einen Absatzrückgang hinnehmen. Insgesamt seien die Verkäufe um 5,3 Prozent auf 355.413 Fahrzeuge gesunken, teilte das Unternehmen mit. Dabei brach der Absatz des Kleinwagen Smart um mehr als die Hälfte ein. Die Marke Mercedes-Benz verzeichnete ein Minus von 6,3 Prozent auf 315 959 Stück.

Audi hat in den USA 2018 wegen eines Absatzeinbruchs im Dezember weniger Autos verkauft als ein Jahr zuvor. Der Absatz sei im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent auf etwas mehr als 223.000 Autos gefallen, teilte die Volkswagen-Tochter in der Nacht zum Freitag in Herndon mit. Im Dezember sei der Absatz um 16 Prozent auf 22.765 Autos gefallen. Über das Jahr gesehen ging vor allem der Verkauf von kleineren Modellen wie dem A3, Q3 und A4 zurück. Deutlich angezogen hat dagegen der Verkauf von größeren SUV-Modellen wie dem Q5 und Q8.

rei mit Nachrichtenagenturen

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