28.09.2018 
SEC-Klage

US-Börsenaufsicht spricht Tesla-Chef Musk Eignung als Unternehmer ab

Elon Musk soll laut US-Börsenaufsicht SEC nicht mehr als Vorstand arbeiten dürfen
REUTERS
Elon Musk soll laut US-Börsenaufsicht SEC nicht mehr als Vorstand arbeiten dürfen

Die US-Börsenaufsicht SEC verdächtigt Tesla-Chef Elon Musk des Betrugs und hat ihn verklagt. Sie drängt auf ein Beschäftigungsverbot von Musk als Vorstand in börsennotierten Unternehmen und spricht ihm damit seine Eignung als verantwortungsvoller Firmenlenker ab.

Die US-Börsenaufsicht SEC will dem Chef des Elektroauto-Bauers Tesla, Elon Musk, die Leitung des von ihm gegründeten Unternehmens verbieten lassen. Zudem drängt sie in einer am Donnerstag eingereichten Klage neben Strafzahlungen auf ein Beschäftigungsverbot für Musk auch im Vorstand anderer, öffentlich gehandelter Firmen. Die SEC spricht Musk also mit anderen Worten seine Eignung als verantwortungsvoller Unternehmer ab.

Die Behörde verklagte den umstrittenen Unternehmer am Donnerstag vor dem US-Bundesgericht Manhattan wegen Betrugs. Er habe falsche und irreführende Twitter-Nachrichten über einen angeblich geplanten Börsenrückzug des Autobauers verschickt. Musk ließ erklären, er habe nichts Falsches getan und sei traurig und enttäuscht über die Klage. Er habe immer im Sinne der Wahrheit, der Transparenz und der Investoren gehandelt.

Von der SEC verhängte Beschäftigungs- oder Berufsverbote sind äußerst selten. Zuletzt hatte die Aufsicht so ein Verbot im Fall der einstigen Blut-Milliardärin Elizabeth Holmes verhängt, die 500.000 Dollar Strafe zahlen musste und auch zehn Jahre keine höheren Managementaufgaben bei börsennotierten Unternehmen übernehmen darf.

Für Tesla wäre Musks Abberufung ein schwerer Schlag: Das verlustreiche Unternehmen mit einem Börsenwert von 50 Milliarden Dollar lebt vor allem vom Vertrauen der Investoren in den charismatischen Musk. Am Donnerstag verlor die Tesla-Aktie in New York nachbörslich zwölf Prozent.

"Regeln gelten auch für Visionäre"

"Die Lektion für Vorstandschefs ist, dass die Regeln für alle gelten, auch für höchst erfolgreiche Visionäre", sagte Charles Elson, Direktor des Instituts für gute Unternehmensführung an der Universität von Delaware.

Musk hatte am 7. August seinen mehr als 22 Millionen Followern auf Twitter mitgeteilt, er werde Tesla vielleicht zum Preis von 420 Dollar je Aktie von der Börse nehmen, die Finanzierung dafür sei gesichert. Später stellte sich aber heraus, dass er keine Finanzierungszusagen von Investoren hatte.

In ihrer Klageschrift erklärte die SEC , Musks Äußerungen seien "falsch und irreführend" gewesen. Stephanie Avakian, Leiterin der SEC-Vollzugsdirektion, bekräftigte die Anschuldigungen vor Journalisten. Demnach wusste der Tesla-Gründer, dass seine Ankündigungen ohne Grundlage gewesen seien. Gespräche zur Finanzierung seines Vorhabens mit möglichen Investoren hätten gar nicht stattgefunden.

SEC: Gespräche mit Investoren haben nicht stattgefunden

Musk hingegen hatte Mitte August im firmeneigenen Blog geschrieben, er habe vor seinem Vorstoß Gespräche mit dem saudiarabischen Staatsfonds und weiteren Investoren geführt.


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Der Klage zufolge wählte Musk die Zahl 420 unter anderem deshalb, weil sie im Drogenjargon für den Konsum von Marihuana steht. Er habe gedacht, seine Freundin würde die Tweets witzig finden. Wegen des Verdachts auf Marktmanipulation folgten Sammelklagen von Investoren. Auch das US-Justizministerium untersucht den Fall.

Das "Wall Street Journal" berichtete, der SEC-Klage seien Verhandlungen zwischen der Behörde und Musk über einen außergerichtlichen Vergleich vorangegangen, die aber von Musks Anwälten beendet worden seien. Dazu war bei der SEC kein Kommentar zu erhalten.

rei/Reuters/afp

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