09.08.2018 
Wer finanziert Teslas Delisting?

Warum Elon Musk von der Börse fliehen will

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Tesla-Chef Elon Musk verspricht sich von einem Börsenrückzug mehr langfristige Orientierung - und Ruhe
Mark Brake/Getty Images
Tesla-Chef Elon Musk verspricht sich von einem Börsenrückzug mehr langfristige Orientierung - und Ruhe

2. Teil: Musk lässt viele Finanz-Fragen noch weit offen

Während Musk ausführlich seine Beweggründe für ein Delisting erläuterte, nannte er nur sehr spärliche Details dazu, wie das Delisting funktionieren soll.

Klar ist immerhin, dass Musk seinen Investoren für einen Rückkauf 420 Dollar pro Aktie anbieten will. Sollten alle Tesla-Aktionäre ihre Aktien zurückverkaufen, müsste Musk also 82 Milliarden Dollar zahlen. Musk behauptete zwar, dass die Finanzierung gesichert sei. Gleichzeitig erklärte er aber, dass er möglichst viele Aktionäre an Bord halten wolle, wenn sich das Unternehmen von der Börse zurückziehe.

Es ist also noch völlig unklar, wie viel Geld sich Musk für die Finanzierung gesichert hat, in welcher Form, und von wem. Offen ist auch noch, wie viel Geld Tesla braucht, wenn tatsächlich viele bisherige Anteilseigner an Bord bleiben.

Musk braucht wohl einen zweistelligen Milliardenbetrag

Teslas drei größte institutionelle Investoren T Row Price, Fidelity und Baillie Gifford halten zusammen rund ein Viertel aller Tesla-Aktien, beschreibt es die FT. Unter den Anteilseignern seien aber auch mehrere Index-Fonds, die bei einem Rückzug von der Börse ihre Aktien auf jeden Fall verkaufen müssten. Deshalb, erklärt ein Analyst gegenüber der FT, werde Musk wohl einen zweistelligen Milliardenbetrag aufstellen müssen.

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Dafür werde Musk sich wohl an Finanzinvestoren oder Staatsfonds wenden müssen. Wie die FT vor kurzem berichtete, hat sich Saudi-Arabiens Staatsfonds zuletzt 3 bis 5 Prozent der Tesla-Aktien an den Kapitalmärkten gesichert. Der saudische Fonds hat weltweit rund 250 Milliarden Dollar investiert, käme also als finanzstarker Geldgeber für einen Börsenrückzug in Frage. Andere plausible Geldgeber wären laut M&A-Beratern die Staatsfonds von Qatar, Norwegen und China, schreibt die FT.

Geld von diesen Fonds einzutreiben, könnte für Tesla jedoch schwierig werden, warnt die FT. Denn zuletzt hat die US-Regierung unter Donald Trump ausländische Investitionen in strategisch wichtige US-Unternehmen blockiert.

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