06.09.2018 
Trotz Aufholjagd von Daimler, BMW und Co

Warum Tesla noch auf Jahre im Vorteil ist

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Tesla-Model-S-Produktion in der Fabrik in Kalifornien
Tesla Motors
Tesla-Model-S-Produktion in der Fabrik in Kalifornien

Daimler, BMW und Audi blasen zur Aufholjagd. Doch trotz aller Probleme zuletzt mit der Model-3-Produktion hat Tesla einen entscheidenden Vorteil, zeigt eine Bloomberg-Studie. Und wenn sich Tesla-Chef Elon Musk nicht völlig verzockt, sollte er diesen Vorsprung noch über Jahre halten können.

Mit großem Aufwand hatte Daimler am Dienstag in Stockholm seinen ersten Tesla-Jäger der neuen Elektroautoserie EQ vorgestellt. Mit der Premiere des EQC versprach Konzernchef Dieter Zetsche den "Aufbruch in eine neue Ära" und blies zugleich zur Aufholjagd. Was der Elektro-SUV kosten soll, der 2019 auf den Markt kommt, verriet Zetsche nicht. "Wettbewerbsfähig" werde der Preis sein.

Wie wettbewerbsfähig der Preis eines Elektroautos ist, dürfte künftig weiter entscheidend von den Kosten für die Batterien abhängen. Die Batterie stellt derzeit rund 40 Prozent des Wertes eines Elektroautos dar. Hier sehen die Experten von "Bloomberg New Energy Finance" (BNEF) in einer Studie den Elektroautopionier Elon Musk noch über Jahre im Vorteil, was Teslas Marktposition stärken sollte.

Den Kostenvorteil sehen die Experten vor allem in dem geringeren Anteil an Kobalt, den Tesla für seine zusammen mit Panasonic entwickelten und produzierten Batterien verwendet. Der Preis für Metall ist mit dem Elektroautoboom stark gestiegen und verteuert damit auch das Herzstück eines jeden Elektroautos.

Früheren Berichten zufolge kommt Tesla mit deutlich weniger Kobalt aus, der Anteil liege bei 2,8 Prozent. In der Branche seien dagegen 8 Prozent üblich. Musk hatte Anfang Juni erklärt, dass Tesla in diesem Jahr einen Zellpreis von 100 US-Dollar pro Kilowattstunde anstrebt. Zudem sollten die Kosten für die Akkus in den beiden kommenden Jahren weiter fallen.

Die Experten von BNEF erwarten hingegen nicht, dass die Durchschnittspreise bis 2025 unter 100 Dollar fallen werden. Sollte Tesla sein formuliertes 100-Dollar-Ziel tatsächlich erreichen, werde der Autobauer in diesem Punkt noch über Jahre die Nase vor den Wettbewerbern haben.

Damit nicht genug: Die in der Elektroautoindustrie bislang einzigartige Zusammenarbeit mit Panasonic erlaubt es Tesla, erheblichen Einfluss auf Entwicklung und Produktion zu nehmen. So hatte Panasonic angekündigt, den Kobaltanteil möglichst "auf Null" zu reduzieren. Allerdings halten einzelne Experten den gänzlichen Verzicht auf Kobalt für unmöglich, weil es für die Stabilität eines Akkus unerlässlich sei.

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