30.08.2018 
Unruhe in Führungsriege

Tesla ersetzt PR-Chefin, HR-Leiterin nimmt sich Auszeit

Von
Tesla-Chef Elon Musk
Getty Images
Tesla-Chef Elon Musk

Ob überraschend verkündete Börsenrückzugspläne oder das neuerliche Anheizen eines Streits mit einem Höhlentaucher: Mit seinen Twitter-Eskapaden sorgt Tesla-Chef Elon Musk nicht nur bei seinen Fans für viel Aufsehen - sondern wohl auch für Aufregung bei seinen eigenen PR-Leuten.

Ein großer Teil ihres Jobs ist es, Tesla in der Öffentlichkeit in gutem Licht dastehen zu lassen. Lange Zeit bewies der charismatische Unternehmer ein gutes Gespür dabei, sein Unternehmen gekonnt via Twitter anzupreisen. Doch in den vergangenen Monaten griff Musk teils nicht nur beim Ton daneben. Auch sein Tweet zu den Börsenrückzugsplänen, bei denen die Finanzierung angeblich gesichert sei, stellte sich im Nachhinein als falsch heraus - den Abschied von der Börse blies Tesla deshalb vor kurzem ab.

In diesen Turbulenzen geht nun auch Teslas oberstes Kommunikatorin Sarah O'Brien von Bord. Wie Tesla vor kurzem bestätigte, wird O'Brien Tesla zum 8. September verlassen. Ihr Abschied, so erklärte Tesla, sei allerdings seit Monaten geplant gewesen. Mit den aktuellen Problemen habe O'Briens Abgang nichts zu tun. Ihre Aufgaben übernimmt künftig Dave Arnold, derzeit Teslas Senior Director für die weltweite Kommunikation. O'Brien arbeitete rund zwei Jahre für Tesla, davor war sie unter anderem für den IT-Hersteller Apple zuständig.


Lesen Sie auch den mm-Report: Teslas Diktator - die dunkle Seite des Elon Musk


Bei Tesla hat die die PR-Abteilung eine wichtige Rolle: Der Elektroautohersteller verzichtet großteils auf traditionelle Werbung. Stattdessen setzt Tesla darauf, dass zufriedene Kunden die Fahrzeuge weiterempfehlen. Zudem steht Tesla seit langem im verstärkten Fokus der Presse.

Auszeit für HR-Leiterin auf eigenen Wunsch

All das macht den Job an der Spitze der Kommunikationsabteilung ziemlich stressig - und das ist wohl nicht die einzige Topmanagement-Position, in der Musks Mannschaft unter Druck ist. Teslas Personalchefin Gabrielle Toledano hat sich eine Auszeit genommen, wie sie gegenüber Bloomberg bestätigte. Toledano habe selbst um eine Auszeit ersucht, erklärte Tesla dazu, ihre Aufgaben werden nun von anderen Mitarbeitern übernommen. Wie lange das Sabbatical dauern soll, ist nicht bekannt.

Bei Tesla haben mehrere hochrangige Manager bereits längere Sabbaticals genommen. Chefingenieur Doug Field etwa nahm sich Mitte Mai eine Auszeit - im Juli wurde bekannt, dass Tesla verlassen habe. Nun ist Field zu seinem früheren Arbeitgeber Apple zurückgekehrt und arbeitet dort an Apples Autoprojekt mit. Jerome Guillen, damals Vertriebschef, ging Mitte 2015 überraschend in ein mehrmonatiges Sabbatical. Doch er kehrte zurück - seit Herbst 2016 leitet Guillen Teslas Lkw-Programm. Am Hochfahren der Model 3-Produktion soll der gebürtige Franzose maßgeblich beteiligt gewesen sein.

Auch wenn es in Teslas oberster Führungsmannschaft aktuell eher unruhig zugeht - bei der größten Unternehmensbaustelle scheint Musk voranzukommen. Im August habe Tesla wöchentlich mehr als 5000 Model 3-Fahrzeuge produziert, berichtet Bloomberg. Die Nachrichtenagentur hat zur Verfolgung der Model 3-Produktionszahlen einen eigenen Zähler eingerichtet, der unter anderem auf der Zahl der von Tesla beantragten Fahrzeugnummern basiert.

Viele Beobachter hatten zuletzt bezweifelt, ob Tesla das einmal erreichte Produktionsziel von 5000 Model 3 pro Woche halten kann. Laut den Bloomberg-Daten gelang dies zuletzt jedoch über mehrere Wochen.

Mehr zum Thema