31.07.2017 
Erste Fahrer über Teslas Model 3

"BMW und Mercedes sollten sich Sorgen machen"

Von
Elon Musk Superstar: "Eine neue Art der Auto-Erfahrung"
DPA
Elon Musk Superstar: "Eine neue Art der Auto-Erfahrung"

Tom Randall ist begeistert. Als einer der ersten durfte der Bloomberg-Journalist Teslas neues Auto, das Model 3, testfahren - und kommt nun aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. "Es ist wendig, bequem, die Lenkung spricht so direkt an, dass Sie dauernd grinsen müssen", schreibt Randall - und damit habe er noch gar nicht mit den wirklich herausragenden Punkten, dem "good stuff", angefangen.

Das Model 3 sei eine "neue Art der Auto-Erfahrung", jubelt Randall: Einen Schlüssel brauche man selbstverständlich nicht, per Bluetooth lasse sich das Auto mit dem Smartphone öffnen. Plan B ("falls das Handy den Geist aufgibt oder Sie Ihr Auto einem Valet-Service überlassen") sei eine Schlüsselkarte, die, auf die Mittelkonsole gelegt, den Motor starte. Tesla, so fasst es Randall zusammen, "wird besser darin, Autos zu bauen." Selbst den Vergleich mit Deutschlands Premium-Autobauern müsse das Unternehmen nicht scheuen: "BMW und Mercedes sollten sich Sorgen machen."

"Top-Gear"-Journalist Charlie Turner durfte am Freitagabend ebenfalls eine Runde im Model 3 drehen ("Mein Co-Pilot war [Tesla-Manager] Jerome Guillen, dessen eigenes Auto es auch war. Kein Wunder, dass er nervös aussah"). Turner lobte anschließend die Beschleunigung des Wagens (von 0 auf 60 Meilen in 5,1 Sekunden) und die Ruhe, die das Auto durch Interieur und Schallisolierung ausstrahle.

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Insgesamt, so Turners Fazit, stelle das Model 3 einen "wichtigen Meilenstein der Tesla-Story" dar; es könne andere weit hinter sich lassen, solange Tesla es bloß schaffe, die aktuell riesige Nachfrage zu stillen, "eine Herausforderung, die nicht unterschätzt werden kann, aber auch eine, bei der man vor dem Hintergrund der bisherigen Firmengeschichte nicht gegen Tesla wetten würde."

Trotz des optimistischen Fazits schreibt Turner noch vergleichsweise nüchtern über das Model 3. Randall oder Matthew DeBord von "Business Insider" ("Die ganze Welt will dieses Auto") liefern dagegen geradezu Elogen auf den Wagen ab, von dem Teslas Fortbestehen als Unternehmen entscheidend abhängt.

Alle diese Ausführungen sind denn auch mit einer gewissen Vorsicht zu genießen: Randall, Turner und Co. mögen einige Runden im Model 3 gedreht haben, einen Langzeittest hat das Model 3 jedoch noch nicht absolviert. Ohnehin neigen viele Silicon-Valley-Journalisten zu einer ordentlichen Portion Fortschrittsoptimismus - vor allem Randalls Text geriet eher zu einem Fan-Artikel.

Sollten allerdings auch andere frühe Fahrer des Autos ähnlich positiv berichten, müssen sich BMW und Daimler wohl wirklich Sorgen machen.

luk

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