13.02.2018 
Drei Jahre warten auf ein Model 3

So strapaziert Tesla die Geduld seiner deutschen Kunden

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Warten, warten, Warten: Tesla-Fans müssen viel Geduld mitbringen. Durch die Produktionsprobleme verzögern sich die Auslieferungen teils erheblich
DPA
Warten, warten, Warten: Tesla-Fans müssen viel Geduld mitbringen. Durch die Produktionsprobleme verzögern sich die Auslieferungen teils erheblich

2. Teil: So wollen die Deutschen Tesla in die Parade fahren

Deutsche Autohersteller steigen zunächst eine Preis- und Größenklasse oberhalb des Model 3 in den Elektroauto-Markt ein. Noch vor dem Deutschland-Start des Model 3 Anfang 2019 rollt Audi ein vollelektrisches Modell zu den Händlern: Der noch als e-tron quattro firmierende SUV wird in Brüssel gebaut und ist ab Ende 2018 erhältlich. Er soll eine Alltagsreichweite von 500 Kilometern mit einer Akkuladung schaffen, dürfte aber wohl rund 100.000 Euro kosten.

Um einige Monate zuvor kommt Audi dabei die britische Marke Jaguar: Sie bringt bereits im Sommer 2018 den Elektro-SUV I-Pace zu den deutschen Händlern. Der Wagen soll mit seiner 90 Kilowattstunden-Batterie gut 400 Kilometer Reichweite im Alltag schaffen. Verkauft wird er ab rund 75.000 Euro Basispreis. Im Jahr 2019 fährt Porsche dann den Elektro-Sportwagen Mission E vor - mit einem voraussichtlichen Preis ab 90.000 Euro und Reichweiten bis zu 600 Kilometern.

Tesla-Fan: "Da spielt ein halbes Jahr überhaupt keine Rolle"

Daimler fährt im kommenden Jahr seinen ersten reichweitenstarken Elektro-Wagen vor. Die Stuttgarter bringen 2019 den EQ-C, das erste Modell ihrer neuen Elektromarke EQ, auf den Markt - zum kolportierten Preis ab rund 70.000 Euro. Der kompaktere und preisgünstigere EQ-A, der auf die Elektro-Mittelklasse zielt, kommt 2020 in den Handel. Die EQ-Fahrzeuge sollen mit Akkus bis zu 110 Kilowattstunden Größe bestückt werden - und so auch im Alltag 500 Kilometer weit mit einer Akkuladung kommen.

Volkswagens Elektro-Offensive startet erst 2020, zielt aber dann preislich direkt auf das Model 3. Denn das erste VW-I.D-Modell soll eine Reichweite von 500 Kilometern zum Preis eines handelsüblichen Golfs bieten.

Gut 400.000 Kunden haben nach offiziellen Informationen ein Tesla Model 3 vorbestellt. Werden sie angesichts der verzögerten Lieferungen und neuen Konkurrenzmodelle zu anderen Herstellern wechseln? Wenn man Tesla-Enthusiasten Glauben schenken darf, wohl eher nicht. Vergleichsweise gelassen reagiert etwa Tesla-Fan "Leonard Vavrik" in einem Blog: "Wann genau TM3 nach Deutschland kommt, ist für mich nicht ganz so wichtig. Mein Fahrplan ist: Solange bis ich keinen TM3 habe, fahre ich meinen Leaf. Da spielt ein halbes Jahr überhaupt keine Rolle."

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