09.11.2018 
Tesla-Chairwoman Robyn Denholm

Diese Frau soll auf Elon Musk aufpassen

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Robyn Denholm: Teslas neue Verwaltungsratschefin wird CEO Elon Musk kontrollieren
Robyn Denholm: Teslas neue Verwaltungsratschefin wird CEO Elon Musk kontrollieren

2. Teil: Warum die Wahl auf Robyn Denholm fiel

Im Jahr 2016, als sie nach eigenen Angaben eigentlich ein Sabattical mit ihrem Mann einlegen wollte, kam dann der Ruf aus ihrem Heimatland Australien. Der australische Telekommunikationskonzern Telstra wollte sie als COO . Ein Angebot, dass sie nicht habe ablehnen können, wie sie später erklärte. Bei dem aktuellen Angebot von Tesla dürfte es ähnlich gewesen sein.

Auch wenn Denholms Verbindung zu Musk deutlich weniger eng ist als die vieler anderer Verwaltungsratsmitglieder: Als laute Kritikerin ist die Finanzvorständin bislang nicht aufgefallen. Auch nicht bei der umstritten 2,6 Milliarden-Übernahme der Ökostromfirma SolarCity, im Zuge derer einige Investoren die Unabhängigkeit des Gremiums in Frage gestellt hatten.

Mit Unkonventionalität hat die 55-Jährige, die nach eigenen Angaben schon ihren dritten Tesla fährt, kein Problem. "Es ist mir egal, wie jemand aussieht." Wenn alle auf die gleiche Art und Weise dächten, seien schließlich keine neuen Innovationswellen möglich.

"Wenn man nie Fehler macht, versucht man es nicht genug"

Mit Geschwindigkeit hat sie noch weniger Probleme: Sie springe zwar nicht aus Flugzeugen oder praktiziere Bungee-Jumping - aber sie nehme professionelle Riskiken an und versuche, auf Basis der zu Verfügung stehenden Informationen schnell zu entscheiden, sagte sie einmal in einem Interview. "Wenn man nie Fehler macht, versucht man es nicht genug." Eine Einstellung, die auch Elon Musk gefallen dürfte.

Sie glaube an diese Firma, an ihre Mission und freue sich darauf, "Elon und dem Tesla-Team dabei zu helfen, nachhaltige Profitabilität zu erreichen und den Shareholder-Value langfrsitig nach oben zu treiben", erklärte Denholm am Donnerstag.

Nach massivem Druck auf Musk klingt das nicht. Und doch sollte sich Elon Musk wohl darauf einstellen, dass Denholm, die den Posten ab Mai in Vollzeit antreten soll, sich künftig mehr einmischen wird - schon allein weil der juristische Ärger für Tesla noch lange nicht ausgestanden ist. Mit dem Platz vor dem Kino wird sie sich künftig wohl nicht mehr zufriedengeben.

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