24.05.2018 
Nach Kritik von Consumer Report

Musk verspricht beim Model 3 notfalls neue Bremsen

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Teslas Model 3 steht bei den Bremsen in der Kritik: Konzernchef Elon Musk verspricht sofortiges Nachbessern
REUTERS
Teslas Model 3 steht bei den Bremsen in der Kritik: Konzernchef Elon Musk verspricht sofortiges Nachbessern

Viel Fahrspaß und eine gute Beschleunigung hat das einflussreiche US-Verbrauchermagazin "Consumer Reports" dem neuen Model 3 von Tesla bescheinigt. Der Mittelklasse-Stromer habe mit 46 Metern bei 100 Km/h aber einen zu langen Bremsweg. Da lägen selbst viele Pick-Ups drunter, kritisieren die Tester und empfehlen das Auto daher nicht zum Kauf.

Zwar teilte Tesla mit, dass man bei eigenen Tests unter bestimmten Bedingungen bessere Ergebnisse erzielt habe. Doch eine Nichtkaufempfehlung implizit verknüpft mit dem Thema Sicherheit ist nichts, was Tesla-Chef Elon Musk einfach so in der Welt stehen lassen könnte. Zuviel hängt vom Erfolg des Model 3 nicht nur aus Sicht von Analysten ab:

Nämlich, dass Tesla jemals das Stadium des Nischenanbieters wird verlassen können und auch Gewinne schreibt. Genau darauf wetten viele Tesla-Investoren am Kapitalmarkt. Wird das Model 3 kein Erfolg oder rücken die schon mehrfach gerissenen Auslieferungsziele weiter in die Ferne, dürfte die hohe Bewertung der Tesla-Aktie schnell in sich zusammenfallen.

Bremsen, die nicht allerhöchsten Ansprüchen genügen, sind daher auch für Musk ein absolutes Tabu: Deshalb kündigt der Tesla-Chef an, mögliche Schwächen des Bremssystem in Kürze zu beseitigen - notfalls eben auch durch ein kostenloses, nachträgliches Hardware-Update, also einem Austausch der Bremsen. Vorerst aber will Tesla - wie so oft - mit einem Software-Update nacharbeiten.

"Mit einer weiteren Verfeinerung können wir den Bremsweg über die ursprünglichen Werte hinaus nachbessern. Tesla macht so lange weiter, bis das Model 3 besser bremst als jedes nur ansatzweise vergleichbare Auto", twitterte Musk jetzt.

Der "Consumer Report", der viele Produkte und jedes Jahr auch in den USA verkaufte Autos testet, hat zudem das Handling des zentralen Touchscreen, angeblich unbequeme Rücksitze und störende Windgeräusche bei höheren Geschwindigkeiten kritisiert.

Musk ist davon überzeugt, dass die Verbraucherschützer ein Model 3 der ersten Stunde getestet haben und fordert sie auf, die Tests mit einem jüngeren Fahrzeug zu wiederholen - die jetzt vom Band rollende Version des Elektroautos würde sich deutlich komfortabler und mit weniger Geräuschen fahren.

Das ist gut möglich. Die Strategie, Tester nach kritischen Berichten auf eine jüngere Version zu verweisen, hatte Musk auch schon beim Model S gefahren. Beim Thema Bremsen allerdings wird Musk - vermutlich mehr noch als bei dem nicht unumstrittenen "Autopiloten" - auch im eigenen Interesse jeden noch so kleinen Zweifel ausräumen müssen.

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