02.11.2018 
Elon Musk sieht Model-3-Probleme beendet

"Tesla ist nicht mehr in der Todesangst-Situation"

Von
Tesla-Chef Elon Musk
REUTERS
Tesla-Chef Elon Musk

Tesla-Chef Elon Musk hat nach monatelangen Problemen mit der Model 3-Produktion seinen Optimismus wiedergefunden - auch wenn dieses Jahr "sehr schwierig" und "quälend" war: Diesen Eindruck erweckt der 47-jährige Unternehmer in einem Podcast des US-Technologieblogs "Recode".

Vor knapp einer Woche hatte Tesla zum ersten Mal seit zwei Jahren einen Quartalsgewinn bekanntgegeben und damit Analysten und Investoren überrascht. Die guten Zahlen nützt Musk nun auch, um den Elektroauto-Hersteller nach langer Durststrecke wieder in ein positives Licht zu tauchen. Doch in dem rund 80-minütigen Interview mit der Tech-Journalistin Kara Swisher ging es nicht nur um nackte Zahlen. Musk äußerte sich auch zur Konkurrenz bei Roboterautos und seiner Twitter-Nutzung. Das sind seine spannendsten Aussagen:

Die größten Probleme der Model 3-Produktion sind überwunden: "Man sollte nie selbstgefällig werden, also müssen wir weiter hart arbeiten. Aber ich denke, wir sind jetzt über den Berg", erklärte Musk. Es sei nun "kein großes Thema" mehr für Tesla, 5000 Model 3 pro Woche zu produzieren. Das sei nun Normalität. Jetzt arbeite Tesla daran, auf 6000 bis 7000 produzierte Stück pro Woche zu kommen und dabei gleichzeitig die Kosten unter Kontrolle zu halten. Bis September habe Tesla um das Überleben gekämpft. "Ich fühle aber nun, dass wir nicht länger in dieser Dem-Tod-ins-Gesicht-starren-Situation sind", erklärte Musk.

Tesla ist finanziell stabil: Die Sorge vieler Analysten, dass Tesla bald das Geld ausgehen könnte, zerstreut Musk in dem Interview erneut. "Wie ich bereits früher in diesem Jahr sagte, glaube ich, dass wir in allen weiteren Quartalen einen positiven Cash-Flow haben werden", sagte Musk. Er glaube deshalb nicht, dass Tesla eine Kapitalspritze brauchen werde.


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Kollektiver Kraftakt ermöglichte Teslas Überleben: Der Produktionsanlauf von Teslas Massenmodell Model 3 sei "quälend schwer" gewesen, erklärte Musk in dem Interview. Und das Überleben als Autohersteller ebenfalls. Tesla kämpfe gegen sehr wettbewerbsorientierte Autobauer. "Die machen sehr gute Autos. Die machen das seit langem. Die sind fest etabliert", so Musk. Es sei sehr schwer, als Start-up in diesem Bereich Erfolg zu haben. Das klappe nur durch "qualvolle Anstrengung" - nämlich durch "Hundert-Stunden-Arbeitswochen von jedem". Es habe keinen anderen Weg gegeben, das zu schaffen. Er selbst sei nun von bei 80 oder 90 Arbeitsstunden pro Woche von zuvor 120 angelangt - das sei "ziemlich machbar" für ihn.

Privatisierungspläne sind vom Tisch, aber: … Vor einigen Monaten sorgte Musk mit seiner Twitter-Ankündigung für Aufregung, Tesla von der Börse nehmen zu wollen. Seine Ankündigung, dass die Finanzierung gesichert sei, stellte sich letztlich als falsch heraus - er musste dafür eine Millionenstrafe zahlen und verlor den Posten als Tesla-Aufsichtsratschef. Seine Aussagen zur Finanzierung des Börsenrückzugs seien aber "kein spontaner Entschluss" gewesen, bekräftigte er nun in dem Interview. Saudische Investoren hätten ihn über zwei Jahre lang auf einen Börsenrückzug angesprochen. "Wir müssen uns nicht von der Börse zurückziehen", so Musk. Er glaube aber, dass Tesla so besser funktionieren würde. Geld aus Saudi-Arabien würde er aktuell "vermutlich nicht" annehmen, sagte Musk mit Blick auf den gewaltsamen Tod des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi im Istanbuler Konsulat Saudi-Arabiens.

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