06.11.2018 
Produktion wird verlagert

Schaeffler schließt zwei Werke in Großbritannien

Die beiden Gesellschafter Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler strukturieren das Geschäft in Großbritannien um
picture alliance / Sven Simon
Die beiden Gesellschafter Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler strukturieren das Geschäft in Großbritannien um

Der Autozulieferer Schaeffler will sein Geschäft in Großbritannien deutlich schrumpfen. Die beiden Werke in Plymouth und Llanelli sollen mittelfristig geschlossen werden, das dritte in Sheffield, wo Kupplungen für Autos und Traktoren montiert werden, bleibe aber erhalten, teilte der MDax -Konzern am Dienstag mit. Die Produktion aus den betroffenen Standorten solle in andere Werke in Deutschland, China, Südkorea und den USA verlagert werden. Dabei geht es vor allem um die Produktion von Lagern für die Industrie, die Rüstungs- sowie die Luft- und Raumfahrt-Branche.


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Mit als Grund nannte das Unternehmen den anstehenden Brexit. Jedoch ist "der Brexit nicht allein maßgeblich für unsere Entscheidung hinsichtlich des britischen Markts", sagte Europachef Jürgen Ziegler. "Allerdings wurde die Entscheidung dadurch beschleunigt, dass wir uns in diesem Zusammenhang auf verschiedene, komplexe Szenarien vorbereiten müssen."

Schaeffler beschäftigt bisher etwas über 1000 Mitarbeiter in Großbritannien
DPA
Schaeffler beschäftigt bisher etwas über 1000 Mitarbeiter in Großbritannien

Der Konzern will nun in Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern vor Ort eintreten. Insgesamt beschäftigt Schaeffler von 92.000 Mitarbeitern weltweit etwas mehr als 1000 in Großbritannien. Die Umsetzung der Pläne werde bis zu zwei Jahre dauern und sollen im Zuge seines ausgerufenen "Exzellensprogramms Agenda 4 plus One" umgesetzt werden. Die Tatsache, dass nur 15 Prozent der von Schaeffler in Großbritannien produzierten Güter im Land bleiben, während der Großteil nach Kontinentaleuropa exportiert wird, sei bei der Entscheidung berücksichtigt worden.

Schaeffler ist neben den drei Werken noch mit zwei Logistikzentren in Hereford und Sutton Coldfield in Großbritannien präsent. Diese sollen am Standort Hereford zusammengelegt werden. Mitarbeiter aus Sutton Coldfield sollen laut Aussagen in der Pressemitteilung künftig in angemieteten Räumen in der Nähe des Ortes arbeiten.

dpa-afx/rtr/akn

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