16.03.2018 
Sportwagenbauer legt Jahresbilanz vor

Porsche fährt Rekordrunde und sucht neue Geschäfte

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Erwartungsträger: Porsches Elektrosportwagen Mission E soll 2019 für den nächsten Wachstumsschub sorgen
Porsche
Erwartungsträger: Porsches Elektrosportwagen Mission E soll 2019 für den nächsten Wachstumsschub sorgen

Steigerungen bei Auslieferungen, Umsatz und Ergebnis: Sämtliche Gradmesser für wirtschaftlichen Erfolg stehen bei Porsche aktuell im tiefgrünen Bereich. Die guten Zahlen will die Führungsmannschaft rund um Porsche-Chef Oliver Blume nicht nur dafür nutzen, die Elektrifizierungsstrategie voranzutreiben - sondern auch weitere Erlösquellen jenseits des Autoverkaufs zu erschließen.

"Wir müssen und werden Wachstumspotenziale neben dem eigentlichen Fahrzeuggeschäft schaffen", sagte Finanzvorstand Lutz Meschke bei der Präsentation des Jahresabschlusses in Stuttgart. "Mittelfristig wollen wir einen zweistelligen Prozentsatz unseres Umsatzes mit digitalen Diensten erwirtschaften." Am Renditeziel von mindestens 15 Prozent halte Porsche fest - auch wenn Digitalisierung, Elektrifizierung und Vernetzung viel Geld kosteten.

Porsche hat im vergangenen Jahr - dem erfolgreichsten der Geschichte - 23,5 Milliarden Euro Umsatz gemacht, 5 Prozent mehr als 2016. Bei einem Ergebnis im laufenden Geschäft von 4,1 Milliarden Euro stieg die operative Rendite auf 17,6 Prozent. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 3,1 Milliarden Euro. Das ist etwa eine halbe Milliarde mehr als 2016.

Damit bestätigt sich Porsches wirtschaftlich erfolgreicher Kurs. In den vergangenen drei Jahren hat Porsche sein operatives Ergebnis um mehr als 50 Prozent gesteigert. Diese gute Ertragslage will Porsche-Chef Oliver Blume nun nutzen, um kräftig in Zukunftsthemen zu investieren. So will Porsche alleine bis 2022 mehr als sechs Milliarden Euro in die Elektromobilität investieren.

Nächster Wachstumsschub erst 2019 mit E-Sportwagen

Das Geld fließt in Derivate des Mission E, die Hybridisierung und Elektrifizierung der bestehenden Modellpalette sowie in Ladeinfrastruktur und Smart Mobility. Die Investitionen ins Sportwagen-Kerngeschäft wird Porsche "erheblich" steigern.

In diesem Jahr will Porsche den Umsatz stabil halten, erst für 2019 peilen die Zuffenhausener den nächsten Wachstumsschub an. "Für 2018 streben wir eine Stabilisierung von Umsatz und Auslieferungen auf diesem hohen Niveau an", sagte Finanzvorstand Meschke. Den nächsten Sprung erwarte Porsche mit dem Elektrosportwagen Mission E, der 2019 als erstes rein elektrisches Fahrzeug der VW-Tochter auf den Markt kommen soll.

Porsche peilt bisher eine Jahresproduktion von 20.000 Einheiten für den Mission E an, denkt aber bereits über eine Erhöhung der Kapazitäten nach. Die Erwartungen richten sich dabei vor allem auf China, wo die Regierung die Elektromobilität vorantreibt. Auf der Automesse in Genf hat die VW-Tochter bereits die Studie für einen weiteren Ableger vorgestellt, den Elektro-SUV Mission E Cross Turismo, mit mehr als 500 Kilometern Reichweite.

mit Material von dpa, Reuters

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