14.03.2019 
Rückkehr nach Russland mit eigener Produktion

Opel fährt beim Kreml vor

 Opel auf einer Autoschau 2014 nahe Moskau: Der Autobauer darf unter seinem neuen Besitzer PSA auf den russischen Markt zurückkehren - mit einer eigene Produktion und einem eigenen Vertriebsnetz.
REUTERS
Opel auf einer Autoschau 2014 nahe Moskau: Der Autobauer darf unter seinem neuen Besitzer PSA auf den russischen Markt zurückkehren - mit einer eigene Produktion und einem eigenen Vertriebsnetz.

Opel verkauft drei Jahre nach seinem Rückzug wieder Autos in Russland. Zum Start noch in diesem Jahr sollten 15 bis 20 Händler in den größten russischen Städten das Vertriebsnetz bilden, das danach schrittweise ausgebaut werden soll, teilte die Tochter des französischen Autokonzerns PSA Peugeot Citroen am Donnerstag mit.

Als erste Modelle seien der Grandland X, der Zafira Life und der Vivaro Transporter vorgesehen. Der Großraum-Pkw Zafira und der Transporter sollen für den lokalen Markt im PSA-Werk in Kaluga vom Band rollen, der SUV Grandland X wird in Eisenach gebaut.

Russland sei ein großer und strategisch wichtiger Markt, sagte Opel-Chef Michael Lohscheller. "Dass wir direkt mit einer eigenen lokalen Fertigung wieder einsteigen können, ist ein Paradebeispiel dafür, wie wichtig die Zugehörigkeit zur Groupe PSA ist." Der französische Mutterkonzern hatte die Rückkehr auf den russischen Markt im vergangenen Februar angekündigt.

Der Zeitpunkt scheint günstig: 2018 war der Neuwagenabsatz im größten Flächenstaat der Erde um 12,8 Prozent auf 1,8 Millionen Fahrzeuge gestiegen. Opel profitiert auch davon, dass die neue Konzernmutter bereits mit einem Werk und Vertriebsorganisation vertreten ist, an die sich die Rüsselsheimer anschließen können. Opel wird auf den dortigen Platzhirsch Lada treffen, der PSA-Konkurrent Renault-Nissan gehört.

Mutterkonzern Peugeot gibt Opel mehr Freiraum als General Motors

PSA will den Absatz in der Region Eurasien bis 2021 verdreifachen. Unter seinem französischen Mutterkonzern soll Opel seine Fahrzeuge verstärkt auch außerhalb Europas verkaufen. Damit schlägt Peugeot einen anderen Weg ein, als die frühere amerikanische Opel-Mutter General Motors, die Opel auf Europa beschränkt und damit wichtiger Wachstumsmöglichkeiten beraubt hatte.

In den größten Städten Russlands (hier eine Animation aus Moskau) will Opel gut drei Jahre nach seinem Rückzug wieder Autos verkaufen und ein eigenen Vertriebsnetz aufziehen
Opel
In den größten Städten Russlands (hier eine Animation aus Moskau) will Opel gut drei Jahre nach seinem Rückzug wieder Autos verkaufen und ein eigenen Vertriebsnetz aufziehen

Opel hatte sich während der Ukraine-Krise 2015 - damals noch unter GM - aus Russland zurückgezogen und die Produktion im Montagewerk in Sankt Petersburg eingestellt. Die zuletzt noch etwa 1000 Beschäftigten in der Fabrik verließen das Unternehmen mit Abfindungen. Als Grund für den Rückzug gab Opel die hohen Absatzeinbußen, den Verfall des russischen Rubel und den geringen Lokalisierungsgrad der Marke an. Zwei Drittel der Teile mussten importiert werden.

Zuvor hatte Opel als Reaktion auf die Russland-Sanktionen des Westens bereits die Produktion im Werk Sankt Petersburg zurückgefahren. Peugeot hatte Opel 2017 von GM übernommen und die zuvor chronisch defizitäre Marke mit dem Blitz im Logo zurück in die Gewinne geführt.

rei/Reuters

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