19.04.2018  Pkw-Neuzulassungen in Europa

Opel büßt im ersten Quartal kräftig Marktanteile ein

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Im ersten Quartal war auch Opels Kompaktwagenmodell Astra kein großer Verkaufsschlager
Opel
Im ersten Quartal war auch Opels Kompaktwagenmodell Astra kein großer Verkaufsschlager

Bei Opel herrscht wieder einmal Krisenstimmung. Vor Kurzem hat die deutsche Traditionsmarke sämtlichen Händlern in Europa die Verträge gekündigt. An einem Treffen von Gewerkschaftern und deutschen Spitzenpolitikern zur Zukunft der Opel-Werke nahm Carlos Tavares, Chef der Opel-Mutter PSA, nicht teil - laut PSA aus Termingründen. Streit gibt es aktuell um das Werk in Eisenach, wo die IG Metall Opel vorwirft, sich nicht an 2017 gegebene Zusagen zu halten.

Ein Grund für die harte Gangart des Opel-Managements dürften die aktuellen Absatzzahlen sein: Trotz aller Sanierungsbemühungen, trotz geringerer Verluste als erwartet hat die Marke mit dem Blitz zuletzt deutlich weniger Neuwagen abgesetzt und Marktanteile verloren. Das lässt sich - mit etwas Mühe - aus den aktuellen Pkw-Zulassungszahlen für Europa ablesen, die der Branchenverband ACEA nun veröffentlicht hat.

Demnach hat die Marke Opel im ersten Quartal 2018 in den 28 EU-Ländern 245.903 Fahrzeuge verkauft. Da Opel seit Mitte des vergangenen Jahres zum französischen Autohersteller PSA Group (Peugeot, Citroen, DS) gehört, gibt ACEA für Opel in seiner aktuellen Statistik keine Vergleichswerte für das Vorjahresquartal an. Denn da gehörte Opel noch zu General Motors.

Ein Blick in die ACEA-Statistik für das erste Quartal 2017 fördert jedoch ein paar Details zutage: Laut ACEA verkaufte die Marke Opel von Januar bis März des Vorjahres noch 271.798 Neuwagen. Das ergibt für Opel ein Absatzminus von 9,5 Prozent im direkten Vergleich des ersten Quartals 2018 und 2017.

EU-Neuzulassungen im ersten Quartal leicht gestiegen

Auch ein Blick auf die Marktanteile bestätigt den Abwärtstrend: Im ersten Quartal 2017 kam die Marke Opel EU-weit noch auf einen Marktanteil von 6,6 Prozent. Im Zeitraum Januar bis März 2018 lag Opels Marktanteil laut ACEA nur mehr bei 5,9 Prozent.

Opels Verkaufseinbrüchen steht ein leicht wachsender Gesamtmarkt gegenüber: Laut ACEA stieg der Neuwagenverkauf in den EU-Ländern im ersten Quartal um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ein deutliches Wachstum gab es dabei in Spanien (+10,5 Prozent), Deutschland (+4 Prozent und Frankreich (+2,9 Prozent). Gefallen sind die Neuzulassungen in den ersten drei Monaten in Italien (-1,5 Prozent) und Großbritannien (-12,4 Prozent).

Für den Monat März alleine bieten die Opel-Absatzzahlen ein noch tristeres Bild. Wie die vorläufigen ACEA-Zahlen zeigen, verkaufte Opel im März EU-weit 108.249 Neuwagen. Im März 2017 waren es noch 128.702 Autos gewesen. Opel hat also im Vergleich zum Vorjahres-März um fast 16 Prozent weniger Neuwagen abgesetzt.

Wie die ACEA-Neuwagenstatistik zeigt, ist der europäische Automarkt im März zum ersten Mal im laufenden Jahr schwächer geworden. Die Zahl der Neuzulassungen in den EU-Ländern ist im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,3 Prozent auf knapp 1,8 Millionen Fahrzeuge gesunken.

Der März 2017 mit dem höchsten Wert in dem Monat sei aber auch eine hohe Hürde gewesen. Seit dem Jahresanfang liegt der Markt noch mit insgesamt 0,7 Prozent im Plus.

Dem Verband zufolge entwickelten sich die wichtigen Automärkte in der Europäischen Union zuletzt unterschiedlich. Zu den Verlierern zählten Großbritannien (-15,7 Prozent), Italien (-5,8 Prozent) und Deutschland (-3,4 Prozent). In Frankreich (+2,2 Prozent) und Spanien (+2,1 Prozent) legten die Neuzulassungen zu.

Unter den deutschen Herstellern konnte sich nur Volkswagen steigern (+0,3 Prozent). Bei Daimler (-3,4 Prozent) und BMW (-5,8 Prozent) gab es hingegen weniger neu zugelassene Fahrzeuge.

mit Material von dpa-afx

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