26.06.2018 
Auf Druck der Polizei

Halberg-Guss-Streikende bilden Gasse für Lastwagen

Eine Gasse für die Lastwagen: Seit 12 Tagen streiken die Beschäftigten von Halberg Guss in Leipzig - doch unmittelbar vor der angedrohten Räumung des Geländes scheint sich die Lage zu entspannen
DPA
Eine Gasse für die Lastwagen: Seit 12 Tagen streiken die Beschäftigten von Halberg Guss in Leipzig - doch unmittelbar vor der angedrohten Räumung des Geländes scheint sich die Lage zu entspannen

Im Konflikt um den Autozulieferer Neue Halberg Guss in Leipzig bleibt die befürchtete gewaltsame Räumung des Werkes aus. Die Beschäftigten lassen jetzt wieder Lastwagen passieren.

Seit 12 Tagen streiken die Mitarbeiter des Autozulieferers Neue Halberg Guss (NHG) in Leipzig, wollen so die drohende Schließung ihres Werkes verhindern. Seit Samstag blockieren einige Hundert Mitarbeiter Tag und Nacht die Einfahrt zu der Fabrik, bilden Menschenketten und verhindern so die Auslieferung von Material und Motorenblöcken. Zuletzt drohte die Situation zu eskalieren, wollte das Management das Gelände durch die Polizei räumen lassen.

Wie die Polizeidirektion Leipzig nun mitteilte, räumten die Streikenden nach dreimaliger Aufforderung die Zufahrt zum Werksgelände, damit Lastkraftwagen beladen werden können. Die Atmosphäre sei friedlich, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt. Mitarbeiter hätten jedoch mit Trillerpfeifen ihrem Unmut Luft gemacht. Das Wort Räumung wollte Voigt nicht in den Mund nehmen. Die Polizei habe nur dafür zu sorgen, dass die Zufahrt offen bleibt. Alles andere sei nicht ihre Sache, der Streik ein gutes Recht der Mitarbeiter.

Nach Informationen der "Leipziger Volkszeitung" hatte das Unternehmen zuvor einen Eilantrag auf Räumung gestellt, über den ein Richter entscheiden sollte. Hintergrund des Konflikts ist die angekündigte Schließung des Werks in Leipzig Ende 2019 und ein vermutlich auch drastischer Stellenabbau am Standort Saarbrücken. Allein in Leipzig sind rund 700 Mitarbeiter betroffen.

Das Unternehmen stellt vor allem Motorblöcke und Antriebswellen für Autos und Nutzfahrzeuge her. Seit Anfang des Jahres gehört NHG zum Unternehmen Prevent. Die Prevent-Gruppe liefert sich seit langem eine harte Preis-Auseinandersetzung mit dem Hauptkunden Volkswagen.

Lesen Sie auch: VW und Opel warnen vor Eskalation bei Halberg-Guss

Volkswagen bestätigte bereits, dass der Streik bei NHG erste Auswirkungen auf die Produktion hat. Auch Opel fürchtete mittlerweile erste Auswirkungen aufgrund des Konflikts.

Die IG Metall wies Warnungen des Arbeitgebers vor einem Jobverlust harsch zurück: Es sei der Sinn eines Streiks, maximalen ökonomischen Druck zu erzielen, so Bernd Kruppa, IG-Metall-Bevollmächtigter Leipzig: "Wir streiken weiter", hatte die IG Metall angekündigt. Das Unternehmen warf der Gewerkschaft derweil "unrechtmäßige Handlungen" vor.

akn/rei mit Nachrichtenagenturen

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