13.09.2018 
Schlichtungsverfahren gescheitert

Streit bei Neue Halberg Guss spitzt sich zu

Beschäftigte des Autozulieferers Neue Halberg Guss (NHG) demonstrierten im Juli in Frankfurt am Main
DPA
Beschäftigte des Autozulieferers Neue Halberg Guss (NHG) demonstrierten im Juli in Frankfurt am Main

Der Konflikt beim Autozulieferer Neue Halberg Guss (NGH) spitzt sich wieder zu. Die NHG-Geschäftsführung erklärte am Mittwoch das Schlichtungsverfahren für gescheitert.

Unverständnis äußerte die IG Metall, für die der Abbruch der Schlichtung offenbar überraschend kam. Die "Leipziger Zeitung" berichtet, dass NHG im Hintergrund über einen Verkauf der Werke in Leipzig und Saarbrücken verhandelt habe. Diese Gespräche seien offenbar gescheitert. "Ein Stellenabbau in deutlich größerem Umfang als noch im Juni angenommen ist nicht mehr auszuschließen" teilte die Geschäftsführung von der NGH nun mit.

Anfang 2018 hatte die Prevent-Gruppe Halberg Guss übernommen. Im Streit mit Volkswagen wurden Lieferungen des Autozulieferes an den Wolfsburger Konzern unterbrochen, nachdem Prevent eine drastische Preiserhöhung durchsetzen wollte. Das Management kündigte die Schließung des Leipziger Werks von NHG für das Jahr Ende 2019 an, für Saarbrücken wurde ein Abbau von 300 der 1500 Stellen avisiert.

Daraufhin folgten wochenlange Streiks. Nun wirft NHG der Gewerkschaft vor: "Die Nachwirkungen des langen und intensiven Streiks haben dazu geführt, dass eine zukunftsorientierte Lösung nahezu unmöglich geworden ist", schreibt die "Saarbrücker Zeitung". Daran zweifele jedoch die Gewerkschaft, die mit dem Streik für einen Sozialtarifvertrag und den Erhalt des Werks in Leipzig kämpfte.

Laut der "Saarbrücker Zeitung" erklärte NHG, dass der von der IG Metall und der saarländischen Regierung favorisierte potenzielle Käufer nicht in der Lage sei, von den Automobilherstellern dauerhaft verbindliche Zusagen über Liefermengen und -preise zu erhalten, die eine Fortführung des Unternehmens unter Erhalt beider Standorte ermöglicht hätten". Ein Verkauf durch die Prevent-Gruppe wird zwar weiter nicht ausgeschlossen, doch fehlt es offenbar an Interessenten mit ausreichender Perspektive.

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Die IG Metall berichtet der Zeitung zufolge von aktuell erfolgsversprechend laufenden Verhandlungen, jedoch gebe es Streit über den Kaufpreis. Die Gewerkschaft forderte das Unternehmen auf, die Verhandlungen erfolgreich zu Ende zu bringen, anstatt durch Zockerei die Arbeitsplätze der Kollegen aufs Spiel zu setzen. Das Unternehmen sieht dagegen die Lage insbesondere durch den langen Streik verschärft.

akn mit dpa

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