19.06.2018 
Daimler-Partner prescht mit autonomem Shuttle vor

Autonom, elektrisch, russisch - der Prestige-Bus von Kamaz

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Kamaz-Shuttle unterwegs in Kasan
REUTERS
Kamaz-Shuttle unterwegs in Kasan

Innenansicht des WM-Shuttles von Kamaz
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Innenansicht des WM-Shuttles von Kamaz

Kamaz macht es vor: Der russische Lkw-Hersteller bringt zur Fußball-WM 2018 einen fahrerlosen, elektrisch angetriebenen Bus auf die Straße. Die tatarische Hauptstadt Kasan, wo Kamaz sitzt, wird plötzlich zu einem Zentrum der automobilen Innovation.

Wie "Bloomberg" berichtet, fährt der autonome Shuttle allerdings nur auf einer abgesperrten, 650 Meter langen Strecke zwischen Fanzone und Stadion. Vorsichtshalber dürfen die Fahrzeuge, anders als vom Unternehmen gewünscht, nicht ganz zur Arena fahren. Die russischen Behörden wollen auf jeden Fall Unfälle vermeiden, wie sie in den USA schon das Ansehen der neuen Technik beschädigt haben. Nur in der Shuttle-Zone reicht auch das Signal des 5G-Mobilfunknetzes aus, das die autonomen Busse zum Navigieren brauchen.

Immerhin können die Fans in Kasan (dort spielt unter anderem die deutsche Mannschaft ihr letztes Vorrundenspiel gegen Südkorea und möglicherweise auch im Viertelfinale) in diesem kontrollierten Umfeld schon erleben, wie der Kamaz-Shuttle im realen Einsatz ohne Fahrer funktioniert.

Für den Hersteller bedeutet der Kleinbus in jedem Fall einen Image-Sprung. Kamaz ist für eher rustikale und robuste Diesel-Laster bekannt, die zwar zu den gefragtesten russischen Exportgütern gehören - aber vorzugsweise in Länder wie Kasachstan oder Kuba.

In der Hoffnung auf einen Wachstumsmarkt ist der Daimler-Konzern 2008 bei Kamaz eingestiegen. Seit Jahren stagniert jedoch die Beteiligung der Deutschen, die zwei Aufsichtsräte stellen, bei 15 Prozent. Eine Option, bis auf eine Sperrminorität aufzustocken und das strategische Investment so aufzuwerten, wurde bisher offenbar nicht gezogen. Hauptaktionärin ist die Staatsholding Rostec.

Daimler hofft selbst darauf, als Pionier noch vor Googles Selbstfahr-Unternehmen Waymo autonome Shuttles in den realen Straßenbetrieb bringen zu können. Ähnlich wie bei Volkswagen läuft der Planungshorizont jedoch noch einige Jahre, bis die Firmen sich aus dem Testmodus heraustrauen.

Kamaz kooperiert bei seinen Versuchen im autonomen Fahren mit dem russischen Google-Wettbewerber Yandex, der nebenbei auch die Filiale von Uber in Russland und die größte Taxiflotte des Landes kontrolliert. Der erklärte im vergangenen Jahr auch Daimler zu einem der Partner. In einem autonomen Yandex-Taxi ist auch Präsident Wladimir Putin schon einmal Probe gefahren. 2017 stellte auch die kleinere Firma Bakulin ein Modell für einen autonomen Shuttle namens Matryoshka vor. Die wurde an den WM-Spielorten aber noch nicht gesehen.

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