22.02.2018 
Ein Verein nimmt Autobauer und Politik in die Mangel

Klein, aber schlagkräftig - so tickt die Deutsche Umwelthilfe

Von
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe
DPA
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe

Die Luftverschmutzung durch Stickoxide ist für ihn ein "tausendfacher Totschlag". Die Autobranche nennt er eine "kriminell agierende Industrie, die seit Jahren nicht belangt wird". Und die Software-Aktualisierungen der deutschen Autohersteller für Millionen Diesel-Autos bezeichnet er wenig schmeichelhaft als "Mickey-Mouse-Update".

Mit solchen Aussagen bringt Jürgen Resch, Chef der Deutschen Umwelthilfe (DUH) deutsche Automanager in Wallung. Resch jedoch belässt es schon lange nicht mehr beim Reden und Mahnen. Um Umweltschutz und Verbraucherinteressen durchzusetzen, zieht er häufig und gerne vor Gericht.

Aktuell klagt sich die DUH quer durch die Republik, damit Städte die Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide einhalten. Im Kampf für sauberere Luft will die DUH Fahrverbote für Dieselautos erreichen, die die Grenzwerte nur auf dem Papier, nicht aber in der Realität erreichen. Ob solche Fahrverbote ein rechtlich zulässiges Mittel sind, entscheidet das Leipziger Bundesverwaltungsgericht - allerdings hat es seine Entscheidung heute auf den 27. Februar vertagt.

Die DUH sieht ihre Klagen in den Städten als Hilfe für Dieselbesitzer, bei den Herstellern Ansprüche besser durchzusetzen - und so die Hersteller zu Hardware-Nachrüstungen für Diesel-Autos mit Euro 5-Abgasnormen zu zwingen.

Schlappe gegen BMW

In seinen Vorwürfen ist Resch alles andere als zimperlich: Er bezichtigt mittlerweile sämtliche Autohersteller der Trickserei beim Schadstoffausstoß. Zuletzt warf er BMW Abgasmanipulationen vor - ein Vorwurf, von dem das Kraftfahrt-Bundesamt den Münchner Autohersteller entlastete.

Offenbar hatten die DUH-Tester das beanstandete BMW-Modell ziemlich hochtourig gefahren - und damit erreicht, dass die Abgasreinigung zurückschaltete. BMW-Chef Krüger hielt der Umwelthilfe deshalb ein "unseriöses Vorgehen ohne jegliche Aussagekraft" vor. Die DUH blieb bei ihrer Darstellung, dass auch BMW eine Abschalteinrichtung verwende.

Denn von Kompromissen hält Reschs Truppe wenig - auch bei der Finanzierung. Der Verein hat nach eigenen Angaben 2500 Mitglieder - davon rund 270 stimmberechtigte Mitglieder. Zum Vergleich: Greenpeace etwa hat knapp 590.000 Mitglieder. Knapp 100 Mitarbeiter hat die 1975 gegründete DUH an Geschäftsstellen in Radolfzell am Bodensee, in Berlin und Hannover, dazu kommen ehrenamtliche Helfer und Fachleute.

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Zuletzt lag der Jahresetat der Umwelthilfe liegt bei rund 8 Millionen Euro. Das Geld kommt zum einen von Projektzuschüssen - sie stammen etwa von der EU-Kommission, von Bundes- und Landesministerien, nationalen und internationalen Stiftungen. Daneben gibt es Förderer und Spender. Als gemeinnütziger Verein darf die DUH keinen Gewinn machen.

Auf der Liste der Spender steht zum Beispiel der japanische Autobauer Toyota, was seit Jahren von Kritikern der DUH bemängelt wird. Andere Unterstützer sind etwa der Bio-Lebensmittelhersteller Rapunzel Naturkost, Gelsenwasser oder die Brauerei Krombacher. Allerdings veröffentlicht die DUH laut Resch nur all jene Spender, die mehr als ein Prozent zum Haushaltsvolumen beitragen - also aktuell rund 80.000 Euro. Sollte da ein Konzern geschickt stückeln, bleibt er unerkannt und ungenannt, werfen Kritiker Resch vor.

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