02.10.2018 
Elon Musk bleibt Tesla-Chef - Einigung mit SEC

Musk muss nur ein bisschen Macht abgeben

Einigung mit SEC: Elon Musk bleibt CEO von Tesla, darf allerdings für drei Jahre nicht mehr Tesla Chairman sein
REUTERS
Einigung mit SEC: Elon Musk bleibt CEO von Tesla, darf allerdings für drei Jahre nicht mehr Tesla Chairman sein

Elon Musk bleibt CEO und damit operativ Chef des Elektroautobauers Tesla . In einer Einigung mit der Börsenaufsicht SEC hat Musk jedoch eingewilligt, innerhalb von 45 Tagen vom Amt des Chairman zurücktreten. Dies teilte die US-Börsenaufsicht SEC am Wochenende mit. An seine Stelle müsse eine unabhängige Person treten, Musk selbst dürfe für drei Jahre als Chairman nicht wiedergewählt werden.

Anleger reagierten erleichtert auf die Einigung. Die Aktie von Tesla legte im vorbörslichen US-Handel um mehr als 15 Prozent zu. Zwar muss Musk einen Teil seiner Macht abgeben und bekommt einen unabhängigen Chairman an die Seite gestellt. Investoren hatten jedoch zunächst befürchtet, dass Musk nach der Klage der SEC ganz aus der operativen Leitung des Unternehmens herausgedrängt würde. Dies ist nun nicht der Fall, Musk bleibt operativ als CEO verantwortlich.

Für Musk stand viel auf dem Spiel: Die Börsenaufsicht SEC hatte ihm in einer Klage vorgeworfen, Anleger in die Irre geführt zu haben, und wollte erreichen, dass er auf Lebenszeit aus Chefetagen börsennotierter US-Unternehmen verbannt wird. Mit der am Wochenende erzielten Einigung ist die Klage vom Tisch - Musk darf künftig aber auch nicht mehr behaupten, er habe nichts falschgemacht.

Mit der nun verkündeten Einigung könnte Musks Macht bei Tesla jedoch dauerhaft geschwächt werden. Er wird im Verwaltungsrat durch einen unabhängigen Vorsitzenden ersetzt, in das Gremium werden zudem zwei neue unabhängige - also nicht von Großaktionären gestellte - Mitglieder einziehen.

Auch die Kommunikation Musks mit Investoren werde künftig stärker überwacht, betonte die SEC. Eine Wiederholung der Aktion vom August, bei der Musk mit seinen Tweets auch die eigene Chefetage kalt erwischte, scheint damit kaum noch möglich.

Verwaltungsrat hat mehr Macht als Aufsichtsrat in Deutschland

Der Verwaltungsrat in US-Unternehmen hat nicht nur eine Kontrollfunktion wie Aufsichtsräte in Deutschland. Seine Befugnisse reichen weiter, so bestimmt er unter anderem stärker die Firmenstrategie mit. Der Tesla-Verwaltungsrat stand bisher fest hinter Musk, und der für waghalsige Projekte bekannte Milliardär hatte praktisch die volle Kontrolle über das Unternehmen. Investoren und Marktbeobachter hatten schon früher gefordert, Tesla brauche einen eigenständigeren Verwaltungsrat als Gegenpol zu Musk.

Die Einigung mit der SEC ist eine Kehrtwende für Musk - laut Medienberichten hatte er einen bereits weitgehend ausgehandelten Deal mit der Behörde am Donnerstag noch ausgeschlagen. Wenige Stunden danach reichte die Börsenaufsicht ihre Klage ein.

Medienberichten zufolge musste sich Musk jetzt mit schlechteren Konditionen zufriedengeben: Ursprünglich hätte er den Vorsitz im Verwaltungsrat nur für zwei Jahre abgeben und eine Strafe von zehn Millionen Dollar zahlen sollen, schrieb unter anderem die "New York Times".

Noch am Freitag sagten Musk-Vertraute dem "Wall Street Journal", der 47-Jährige glaube, sich vor Gericht gegen die SEC durchsetzen zu können - mit dem Hinweis, dass er mündliche Absprachen mit dem staatlichen Investitionsfonds von Saudi-Arabien gehabt habe. Doch die Anwälte und Freunde wie Milliardär Mark Cuban hätten ihn überzeugt, dass ein Einlenken besser für Tesla sei als eine langwierige Konfrontation mit der SEC mit unklarem Ausgang, schrieb die Zeitung. Die SEC habe im zweiten Anlauf auch betont, ihre Bedingungen seien jetzt nicht mehr verhandelbar.

Für Musk sind die Folgen des unausgegorenen Plans zum Börsenrückzug aber noch nicht ausgestanden: Laut Medienberichten führt auch das US-Justizministerium eigene Untersuchungen durch, die in Strafermittlungen münden könnten

Der Ukas der SEC ist Teil eines Kompromisses zwischen der Börsenaufsicht und Elon Musk über falsche Informationen des Unternehmers. Der 47-Jährige hatte am 7. August getweetet, er habe genügend Geld beisammen, umTesla von der Börse zu nehmen und dafür 420 Dollar je Aktie zu zahlen. Der Kurs war entsprechend gesprungen. Kurze Zeit später stellte sich heraus, dass Musk die Finanzierung keineswegs gesichert hatte. Folglich musste er den Deal absagen. Am Donnerstag hatte die SEC schließlich Klage gegen Musk eingereicht, die durch die am Samstag bekannt gewordene Einigung hinfällig werden soll.

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Die SEC bemängelt nun in ihrer Stellungnahme vom Samstag, Tesla habe keine Prozesse eingeführt, um sicherzustellen, dass Musks Mitteilungen korrekt und vollständig seien. Tesla hat deswegen als Teil der Einigung auch zugestimmt, eine Qualitätskontrolle für die Kommunikation ihres Gründer, Großaktionärs und CEO einzuführen. Musk hält rund 22 Prozent an Tesla.

Zudem würden zwei neue unabhängige Manager in das Board einziehen. Tesla und Musk müssen zudem jeweils 20 Millionen Dollar zahlen, mit denen geschädigte Tesla-Anleger entschädigt werden sollen.

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