12.03.2018  "Ahnungslos" vs. "wie das antike Griechenland"

Rolls-Royce und Aston Martin bekriegen sich wegen Luxus-E-Auto

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Stein des Anstoßes Aston Martins Elektroauto-Konzept Lagonda sorgt für wütende Reaktionen bei Rolls-Royce
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Stein des Anstoßes Aston Martins Elektroauto-Konzept Lagonda sorgt für wütende Reaktionen bei Rolls-Royce

2. Teil: Harte Bandagen bei Deutungshoheit bei Elektroauto-Visionen

Der heftige Streit die Deutungshoheit bei Luxus-Elektroautos kommt nicht von ungefähr. Denn auch Nischenmarken in den obersten Segmenten müssen überzeugende Antworten finden auf die Umwälzungen im Automobilbau, auf die zunehmende Elektrifizierung der Antriebe, der abnehmenden Beliebtheit von Limousinen und neuer Formen des Autoteilens und des Autobesitzes.

Porsche, Maserati und auch Bentley verdienen bereits viel Geld mit ihren Geländewagen - und haben für die Zukunft bereits Hybrid- und Elektroautos angekündigt. Rolls-Royce werkt noch an seinem ersten SUV - ebenso wie Aston Martin. Punkto Elektroantriebe hat Rolls jedoch einen Vorteil gegenüber Aston Martin: Als BMW-Tochter hat Rolls-Royce sowohl Zugriff auf reichliche finanziellen Ressourcen und Konzerntechnik, um den Übergang zum E-Auto-Zeitalter überzeugend hinzubekommen.

Bei Aston Martin sieht das auf den ersten Blick nicht ganz so einfach aus. Die britische Sportwagenmarke hat sich gerade erst von einem jahrelangen Tief erholt und schrieb 2017 erstmals wieder Gewinne. Zudem hat sie keinen finanzstarken Autokonzern im Hintergrund: Sie gehört der italienischen Investorengruppe Investindustrial und dem kuwaitischen Investitionsfonds Dar. Immerhin kooperiert Aston Martin aber mit Daimler bei Motoren und Technologie. Diese Zusammenarbeit könnten die Briten wohl auch auf Batteriesysteme und elektrische Antriebsstränge ausweiten.

Lagonda-Vorstoß als Börsengangs-Vorbereitung?

Die Kampfansage von Aston Richtung Rolls dürfte aber noch einen anderen Hintergrund haben: Aston Martin erwägt seit einiger Zeit einen Börsengang. Dazu passt auch die Aussicht auf eine neue Nobel-Elektroautomarke, mutmaßt nicht nur Rolls-Royce-Chef Müller-Ötvös. "Das kling nach einer Börsengangs-Fantasiestory", meint er.

Gegenüber der FT äußern sich auch Aktienanalysten ähnlich. Die Marke Lagonda werde wohl den Wert des Unternehmens in den Augen potenzieller Investoren steigern, meint etwa Philippe Houchois von der Investmentbank Jefferies.

Und ein Kenner der Werbebranche mutmaßt, dass die Kampfansage von Aston Martin Richtung Rolls-Royce ein globales Markenaustesten sei. Da ging Aston Martin zuletzt ungewöhnliche Wege. Die Briten haben ihren bereits auch für ein U-Boot hergegeben - oder für eine Luxusimmobilie in Miami.

Aston Martin meine wohl, meint der Branchenkenner, dass ihr Markenname zugkräftiger sei als der von Rolls-Royce. Zwar habe Rolls-Royce eine enorme Markenstärke. Doch unantastbar sei diese nicht.

Das erklärt wohl auch die nicht gerade gelassene Reaktion von Müller-Ötvös auf den Vorstoß der Konkurrenz - die ja angeblich keine ist.

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