08.03.2018 
Abgasnorm Euro 6d wirkt offenbar Wunder

Umweltschützer preisen neue Diesel-Autos

Von Nils-Viktor Sorge
DS 7 Crossback aus dem PSA-Konzern
DS
DS 7 Crossback aus dem PSA-Konzern

3. Teil: Kosten für Hersteller halten sich offenbar in Grenzen

Die Kosten dafür dürften sich in Grenzen halten. Auf ein paar Hundert Euro mehr taxieren ADAC-Experten die Mehrkosten für die deutlich saubereren Fahrzeuge. Insbesondere bei teuren, großen Modellen fällt das für den Käufer kaum ins Gewicht.

Manche Umweltschützer trauen der neuen, sauberen Diesel-Welt mit dem Chiffre Euro 6d-Temp allerdings noch nicht ganz. "Wir sind ausgesprochen gespannt darauf, solche Autos zu bekommen", sagt der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, gegenüber manager-magazin.de. Die DUH werde die Wagen gründlich testen und auch hinterfragen, wie realistisch der neue offizielle Testzyklus auf der Straße wirklich ist.

Deutsche Umwelthilfe fragt nach neuen Abschalteinrichtungen

Dieser habe womöglich Schwächen, da sehr starkes Beschleunigen unzureichend berücksichtigt werde, so Resch. Zudem verlangt die DUH noch Informationen darüber, unter welchen Bedingungen die Abgasreinigung sich eben doch noch abschaltet. Ein solcher Mechanismus ist weiterhin prinzipiell weiter erlaubt, um den Motor zu schonen, muss den Behörden aber offengelegt werden.

Viel spricht trotz der offenen Fragen dafür, dass der Diesel in Sachen Abgasreinigung gerade einen sehr großen Sprung macht. Kommt es nun also, das ganz große Diesel-Comeback?

Dagegen spricht, dass auch andere Antriebsarten mit Verbesserungen aufwarten. So werden Elektroautos billiger und besser, dazu wächst das Netz von Ladestationen rasant. Die Batteriefahrzeuge stoßen lokal gar keine Abgase aus und emittieren deutlich weniger und potenziell gar kein klimaschädliches Kohlendioxid. Vor allem in der Premiumklasse und bei SUVs scheinen sie dank Tesla , Jaguar, Hyundai und Audi zu einer ernstzunehmenden Alternative zu werden.

Vorteil des Diesel beim Kohlendioxid-Ausstoß schwindet trotzdem

Bei kleineren und mittelgroßen Fahrzeugen hat der Benziner seine Position zuletzt gestärkt. Zwar bietet beispielsweise Volkswagen den Polo auch in seiner neuen Generation weiter mit Selbstzünder an - anders als von manchen Experten erwartet. Doch tendenziell wird die Diesel-Technik eben etwas teurer. Gleichzeitig haben Benziner weitere Fortschritte beim Verbrauch gemacht.

Damit schwindet der Vorteil des Diesel beim Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid. "Ein deutlicher Vorteil des Diesels beim Klimaschutz ist nicht gegeben", schlussfolgert beispielsweise die Verkehrs-Denkfabrik ICCT, die den Abgasskandal ans Licht der Öffentlichkeit brachte. Als Beispiel führt die Organisation den VW Golf an. Als Benziner stößt er nur minimal mehr CO2 aus als ein Diesel - ist aber einige Tausend Euro günstiger.

Doch immerhin: Sofern sich die ersten Testergebnisse für neue Diesel bestätigen, löst sich der Grund, warum der Diesel vor zweieinhalb Jahren zum bösen Auto wurde, gerade in Luft auf. Das hilft von Fahrverboten betroffenen Alt-Diesel-Besitzern wenig, der Technik selbst aber erheblich.

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