05.07.2018 
Nissan-Europa-CEO Thomas Hausch wechselt zu Solarauto-Firma

Warum ein erfahrener Automanager zum Weltverbesserer-Startup Sono Motors geht

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Elektroauto Sion von Sono Motors
Sono Motors
Elektroauto Sion von Sono Motors

Losgelegt haben die Gründer von Sono Motors im Teenager-Alter in der elterlichen Garage. Nun wird Deutschlands jüngster Elektroauto-Hersteller im Eiltempo erwachsen. Knapp ein Jahr nach der Präsentation seines Solar-Elektroautos Sion holt Sono Motors einen erfahrenen Automanager an Bord: Thomas Hausch, bis Ende 2017 Nissans Europa-Geschäftsführer, verstärkt ab sofort die Sono-Geschäftsleitung. Hausch soll als COO Sonos Geschäftsstrategien implementieren, wie das Startup mitteilte. Zudem ist er für das Management von Sonos strategischen Partnern und Lieferanten zuständig.

Thomas Hausch, Chief Operating Officer bei Sono Motors
Sono Motors
Thomas Hausch, Chief Operating Officer bei Sono Motors

Der 52-jährige Hausch hat jahrzehntelange Erfahrung in der Autobranche. Von Mitte 2013 bis Ende 2017 war er CEO von Nissan Center Europe, leitete also das Europa-Geschäft des japanischen Autoherstellers. Vor seinem Nissan-Engagement arbeitete er für Daimler und mehrere Jahre in den USA für Chrysler. Von August 2011 bis April 2013 leitete er Vertrieb und Marketing des kalifornischen Elektroauto-Startup Coda Automotive, das kurz nach Hauschs Ausstieg in die Insolvenz ging.

Hausch gilt Berichten zufolge als Elektromobilitäts-Verfechter. Da passt es gut ins Bild, dass nun zu Deutschlands jüngstem Elektroauto-Startup wechselt: Denn Sono Motors wurde erst im Jahr 2016 gegründet - von dem damals 22-jährigen Elektroingenieur-Studenten Laurin Hahn, dem ebenso alten Computerwissenschafts-Studenten Jona Christians und der fünf Jahre älteren Navina Pernsteiner, studierte Kommunikationsdesignerin.

Die Vision der jungen Gründer ist es, ein erschwingliches Elektroauto zu bauen, das rundum mit Solarzellen bedeckt ist und sich im Stehen selbst auflädt. Seit 2012 verfolgen Hahn und Christians ihre Elektroauto-Idee. Da hatten beide noch nicht mal Abitur und werkten in der Garage von Christians Eltern an einem ersten Elektroauto.

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All das mag zunächst nach "Jugend forscht" klingen, doch die jungen Sono-Gründer sind mit ungewöhnlichen Ideen in kurzer Zeit weit gekommen. Um den Bau eines Prototyps zu finanzieren, starteten sie eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne - und erhielten ziemlich schnell Starthilfe von externen Investoren. Im Jahr 2017 stiegen etwa der mittelständische Autozulieferer Böllinger Gruppe und der Gründer des Energiedienstleisters Juvi als Investoren bei Sono ein.

Über 6000 Vorbestellungen liegen bereits vor

Im August 2017 präsentierte Sono in München erstmals einen Prototypen seines Solarautos Sion - bei dem das junge Startup vieles anders machten als traditionelle Autohersteller. So ist der Fünfsitzer mit 7,5 Quadratmetern Solarzellen bedeckt, die im Idealfall pro Tag genug Strom für 30 Fahrkilometer liefern. Innen soll ein Moosfilter Feinstaub binden, mit dem Sion-Autoakku lässt sich per Schuko-Stecker auch ein Elektrogrill betreiben - oder ein anderes Elektrofahrzeug laden. Mit einer Batterieladung fährt der Wagen 250 Kilometer weit - und das zum Günstig-Preis. Denn der Sion soll zum Marktstart 2019 inklusive Batterie nur rund 20.000 Euro kosten.


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Das Auto brauche 5000 Vorbestellungen, um in Serie gebaut zu werden, verkündete das Gründerteam vor einem Jahr. Dieses Ziel haben die Sono Motors-Macher erreicht. Aktuell liegen laut Sono "weit über 6000 Fahrzeug-Reservierungen" vor. Die Vorbesteller mussten dafür mindestens 500 Euro anzahlen. Mehrere Hundert davon haben aber bereits den vollen Preis von 16.000 Euro überwiesen, erklärte Sono-Mitgründer Hahn im Gespräch mit manager-magazin.de.

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