25.02.2018  Chinesischer Großaktionär startet mehrtägige Charme-Offensive

Li Shufu zu Besuch bei Daimler, Berlin ganz entspannt

Größter Daimler-Aktionär on tour: Geely-Chef Li Shufu hat kurz nach seinem Einstieg eine mehrtägige Charmeoffensive in Stuttgart und Berlin gestartet
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Größter Daimler-Aktionär on tour: Geely-Chef Li Shufu hat kurz nach seinem Einstieg eine mehrtägige Charmeoffensive in Stuttgart und Berlin gestartet

Eben noch Konkurrent, heute schon Großaktionär und Gast in Stuttgart: Der neue Daimler-Großaktionär Li Shufu ist nach Informationen der "Bild am Sonntag" am Sonntag und am Montag zu Besuch beim Autobauer in Stuttgart. In der Daimler-Zentrale werde Li mit mehreren führenden Managern sprechen, darunter Finanzchef Bodo Uebber, berichtete die Zeitung. Am Dienstag seien dann Gespräche im Kanzleramt in Berlin geplant.

Im Kanzleramt werde Li sich mit dem Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Lars-Hendrick Röller, treffen. Beim Besuch in Stuttgart sei am Montag ein Gespräch mit Daimler-Chef Dieter Zetsche möglich.

manager magazin hatte bereits Anfang Februar über ein Gespräch zwischen Li und Zetsche über einen möglichen Einstieg berichtet. Laut der "Süddeutschen Zeitung" bat Li "dem Vernehmen nach bei dem Gespräch um Sonderkonditionen", Daimler habe abgelehnt.

Li kaufte einen Anteil von knapp zehn Prozent an Daimler. Damit stieg der Besitzer der Volvo-Mutter Geely zum größten Aktionär des Autobauers auf. Daimler begrüßte den Einstieg: Li sei ein "langfristig orientierter Investor".

Bundesregierung sieht keinen Handlungsbedarf - "unternehmerische Entscheidung"

Die Bundesregierung sieht keinen Handlungsbedarf beim Einstieg des chinesischen Investors Li Shufu bei Daimler. "Der Erwerb von 9,7 Prozent des Aktienkapitals an der Daimler AG durch das chinesische Unternehmen Geely ist der Bundesregierung bekannt", teilte ein Regierungssprecher am Sonntag auf Anfrage mit. "Es handelt sich um eine unternehmerische Entscheidung", fügte er hinzu. "Aufgrund des Charakters des Investments als Minderheitsbeteiligung besteht weder außenwirtschaftsrechtlicher noch wettbewerbsrechtlicher Handlungsbedarf."

Zugleich wurde ein Zeitungsbericht bestätigt, dass sich Li mit dem Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Lars-Henrik Röller, treffen werde. Ein Tag wurde nicht genannt. Die "Bild am Sonntag" hatte den Dienstag genannt. Das Treffen im Kanzleramt sei Teil einer mehrtägigen Charmeoffensive des chinesischen Milliardärs, schrieb die Zeitung.

Li ist Haupteigner des chinesischen Autobauers Geely, der knapp zehn Prozent an Daimler hält, wie das Stuttgarter Unternehmen am Freitag mitgeteilt hatte.

Am Samstag hatte Li mitgeteilt, es gehe ihm um eine Allianz mit Daimler, um es beim autonomen Fahren und bei Elektroantrieben mit neuen Wettbewerbern wie Tesla , Google oder Uber aufnehmen zu können.

la/dpa/reuters

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