01.02.2018 
Daimler zeigt sich nach Rekordjahr vorsichtig

Zetsche steuert Daimler zum Rekordgewinn - und nimmt jetzt den Fuß vom Gas

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Lob fürs Vergangene und durchaus skeptischer Blick in die Zukunft: Daimler-Chef Dieter Zetsche zur Bilanzpressekonferenz
DPA
Lob fürs Vergangene und durchaus skeptischer Blick in die Zukunft: Daimler-Chef Dieter Zetsche zur Bilanzpressekonferenz

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat im vergangenen Jahr eine berauschende Rekordfahrt hingelegt. Der Ausblick aber enttäuscht die verwöhnten Aktionäre. Bereitet Zetsche die Investoren wegen hoher Investitionen doch auf stagnierende Gewinne vor. Und dann ist da noch die Sache mit den Affenversuchen, deren Folgen sich für Daimler nur schlecht einschätzen ließen.

Dieselkrise, Kartellvorwürfe, steigender Euro - all das konnte Daimler im vergangenen Jahr offensichtlich nichts anhaben. Der Stuttgarter Autokonzern hat 2017 deutlich mehr Autos verkauft und Bestwerte bei Umsatz und Gewinn eingefahren. Für das laufende Jahr 2018 rechnet Konzernchef Dieter Zetsche zwar mit weiter steigenden Umsätzen. Wegen hoher Investitionen in neue Modelle und neue Technologien geht das Unternehmen aber von einem stagnierenden Vorsteuergewinn auf Niveau des Jahres 2017 aus.

Die verwöhnten Aktionäre nehmen trotz steigender Dividende den lauen Ausblick zunächst etwas verschnupft zu Kenntnis: Die Aktie von Daimler rutscht am Donnerstag in der Spitze um mehr als 2,6 Prozent ab.

Daimler verbuchte 2017 einen Umsatz von 164,3 Milliarden Euro - 7 Prozent mehr als im Jahr zuvor, teilte Daimler am Donnerstagmorgen mit. Unterm Strich blieb ein Nettogewinn von 10,9 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von rund 24 Prozent. Vor Steuern konnte Daimler das Ergebnis (Ebit) um 14 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr steigern.

Den weltweiten Spitzenplatz beim Verkauf von Premiumautos hatte Daimler im vergangenen Jahr gegen den Rivalen BMW verteidigt. 2,29 Millionen Autos der Kernmarke Mercedes-Benz wurden verkauft und damit 9,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Eingedenk der Nutzfahrzeuge kletterte der Absatz um 9 Prozent auf insgesamt 3,27 Millionen Fahrzeuge. Dazu trugen sowohl die Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars (+8%), Mercedes-Benz Vans (+12%) als auch Daimler Trucks (13%) bei.

Dividende soll auf 3,65 Euro steigen

Die Dividende je Aktie soll um 40 Cents auf 3,65 Euro steigen. Die Ausschüttungssumme klettert damit laut Daimler auf den Rekordwert von 3,9 (Vorjahr: 3,5) Milliarden Euro. Auf Basis des aktuellen Aktienkurses ist das eine Dividendenrendite von rund 5 Prozent, rechnet vor Finanzchef Bodo Uebber in Stuttgart vor - und damit eine "äußerst attraktive Verzinsung", wie er befindet.

Auch sonst geizt das Management nicht mit Lob: Den Mitarbeitern von Daimler "ist es zum wiederholten Mal gelungen, den Rekord des Vorjahres zu brechen", sagt Zetsche. Jeden von ihnen will das Unternehmen mit 5700 Euro Erfolgsprämie bedenken.

"Kerngesund und hochprofitabel" sei Daimler. "Wir sind stolz drauf." Das aktuell gut laufende Kerngeschäft sei das "wirtschaftliche Rückgrat". Dessen Ertragskraft will Zetsche nutzen, um in die Zukunft zu investieren. Zum Beispiel in elektrische, autonome, vernetzte Autos und Lastwagen sowie in den Aufbau von Mobilitätsdiensten.

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