30.10.2018 
Byton-Topmanager Abendroth wechselt nach Hannover

Continental wildert bei Chinas Elektroauto-Start-up Byton

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Mitarbeiter in einem Continental-Werk in Hannover
DPA
Mitarbeiter in einem Continental-Werk in Hannover

Der Autozulieferer Continental wirbt einen hochrangigen Technik-Experten bei einem der meistversprechenden chinesischen Elektroauto-Start-ups ab: Die Hannoveraner gewinnen den 43-jährigen Byton-Manager Dirk Abendroth als Technikchef einer wichtigen künftigen Sparte. Ab Januar 2019 soll Abendroth als CTO für Continental Automotive fungieren - jene Sparte, unter deren Dach die Hannoveraner bis Ende 2019 Technologien für das autonome Fahren und die vernetzte Mobilität vereinen wollen.

Dirk Abendroth wird Technikchef von Continentals Automotive-Sparte
Continental
Dirk Abendroth wird Technikchef von Continentals Automotive-Sparte

Der Abgang dürfte die Führungsriege des chinesischen Start-up Byton schmerzen. Denn der 43-jährige Abendroth gehörte zu jenem Kernteam, mit dem Byton-CEO Carsten Breitfeld das chinesische Start-up ab 2016 hochzog.

Wie Breitfeld arbeitete auch Abendroth vor seinem Byton-Engagement für den Autohersteller BMW. Er entwickelte unter anderem den elektrischen Antriebsstrang von BMWs i-Modellen mit. Bei Byton war Abendroth zuletzt für die Bereiche Autonomes Fahren und Antriebstechnologie zuständig.

Byton will mit seinen Elektroautos bereits Ende 2019 in China an den Start gehen. Aktuell baut das Start-up ein erstes Produktionswerk auf, finanziert wird Byton unter anderem von Chinas IT-Riesen Foxconn und Tencent. Bei seinen Fahrzeugen setzt Byton stark auf digitale Vernetzung und ein besonderes High-Tech-Innenraumerlebnis mit einem riesigen Bildschirm. Zudem sollen die Fahrzeuge auch in wenigen Jahren ohne Zutun des Fahrers auf Autobahnen fahren können, kündigte CEO Breitfeld mehrfach an.

Contis Zuliefergeschäft steht vor größerem Umbau

Als Leiter des Bereichs Autonomes Fahren sorgte Abendroth bislang dafür, dass bei den Prototypen auch die fürs autonome Fahren notwendigen Sensoren und Technologien mitberücksichtigt wurden.

Ab dem kommenden Jahr bekommen seine Aufgaben einen anderen und etwas größeren Zuschnitt. Künftig ist Abendroth nicht nur verantwortlich für die weltweite Forschung und Entwicklung rund um autonomes Fahren und vernetzte Mobilität. Er soll zugleich aber auch dafür sorgen, dass Continental eine wichtige interne Aufteilung schafft. Denn Continental will den Bereich mit Software- und Vernetzungslösungen, für den Abendroth als CTO zuständig ist, ab 2020 getrennt von der Antriebstechnik rund um Motor und Getriebe führen.


Dazu auf manager magazin premium: Das steckt hinter dem Chaos bei Continental


Allzu rosig ist die Stimmung beim weltweit drittgrößten Autozulieferer wohl nicht. Vor wenigen Wochen senkte Continental seine seine Jahresprognose, was Investoren schockte. Und auch unter den Mitarbeitern dürfte Unruhe herrschen, seit Continental-Chef Elmar Degenhardt in einem Brandbrief stärkere Anstrengungen von seinen Managern forderte.

Das Geschäft mit Antriebssträngen will das Management um Vorstandschef Elmar Degenhardt zum Teil an die Börse bringen, auch um andere Bereiche durch Zukäufe stärken zu können.

mit Material von Reuters/dpa

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