04.04.2018 
Elektroauto-Ikonen in Gefahr

BMW stellt i3 und i8 zur Disposition

Von Nils-Viktor Sorge
BMW i3 (li.), i8
BMW
BMW i3 (li.), i8

BMW zweifelt zusehends an der Zukunft seiner beiden prestigeträchtigsten Elektroautos. Sowohl der Kleinwagen i3, als auch das Sportauto i8 könnten bald nicht mehr produziert werden, ließ BMWs Batterieantriebs-Leiter, Stefan Juraschek, die Fachzeitschrift "Automotive News" wissen.

"Diese beiden Autos sind nicht dazu geeignet, zu einer Fahrzeugfamilie ausgebaut zu werden", sagte Juraschek. Es sei daher zu früh zu sagen, ob es Nachfolgemodelle für die beiden Wagen geben werde.

Eine BMW-Sprecherin reagierte gegenüber manager-magazin.de ausweichend auf den Bericht: "Natürlich wird es auch in der Zukunft bei BMW elektrische Fahrzeuge für die Stadt und zum Pendeln (aktuell BMW i3) und Hybridsportwagen (aktuell BMW i8) geben", teilte sie mit. Die Bezeichnung "i" werde aber womöglich nicht mehr für Elektroautos gebraucht, wenn der Batterieantrieb sich zum Standard entwickelt habe.

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Damit droht den beiden Elektro-Ikonen die Rolle von Experimentalfahrzeugen, die zwar in vergleichsweise hoher Zahl produziert wurden, aber über ein frühes Verfallsdatum verfügen. BMW stellt beide Fahrzeuge seit 2013 her und hat etwa zwei Milliarden Euro in Entwicklung und Aufbau der Fertigung gesteckt. Vom i3 (ab 37.550 Euro) wurden seither weltweit mehr als 100.000 Stück verkauft, vom i8 (ab 138.000 Euro) ein paar Tausend. Die Wagen verhalfen den Münchenern zu dem Ruf, ein Vorreiter bei Elektroautos zu sein.

Gefragt sind Modelle, die sich leicht auf große Stückzahlen skalieren lassen

Doch nun, da Elektroautos massentauglich werden sollen, helfen die aufwändig konstruierten Vorzeige-Stromer womöglich nicht mehr weiter. Gefragt sind Modelle, die sich leicht auf große Stückzahlen skalieren lassen.

Das erhofft sich Konzernchef Harald Krüger eher von Autos wie dem i4 und den Wagen der Reihe iNext, die ab 2021 aus den Fabriken rollen sollen. Diese sollen über eine deutlich größere elektrische Reichweite verfügen und im Baukastensystem gefertigt werden.

Dagegen kam die Geburt von i3 (batterieelektrisch; erhältlich auch mit Benzin-Reichweitenverlängerer) und dem Plugin-Hybriden i8 einer Neuerfindung des Automobils in Handarbeit nahe. Entwickler fanden für einen Großteil der wichtigsten Komponenten neue, möglichst umweltfreundliche Lösungen.

So besteht die Karosserie beider Autos aus leichtem Carbon. Für dessen Herstellung wurde ein 700 Millionen Euro teures Werk in den USA errichtet. BMW beteiligte sich zudem mit einem Sechstel an Produzent SGL Carbon.

Mit der aufwändigen Herstellung gab es jedoch immer wieder Probleme. Zum Teil stellten BMW-Ingenieure auch den teuren Werkstoff Carbon infrage, der die Produktions-Ausweitung und einen niedrigeren Preis beim i3 erschwere.

Gleichzeitig begründet auch die Carbon-Karosserie den Mythos der ersten BMW-Serienelektroautos. Und trägt damit dazu bei, dass zumindest Sammler viel Positives im möglichen Aus für die i-Modelle finden dürften - zumal die Hülle ja nicht rostet.

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