02.08.2018  Hohe Investitionen drücken Gewinn

BMW fährt mit Autos niedrigere Rendite ein als Audi

Der Autobauer BMW spürt aktuell Gegenwind durch Wechselkurse, höhere Rohstoffpreise und F&E-Aufwendungen
BMW
Der Autobauer BMW spürt aktuell Gegenwind durch Wechselkurse, höhere Rohstoffpreise und F&E-Aufwendungen

Wegen hoher Kosten für neue Technologien und Währungsbelastungen hat BMW im zweiten Quartal deutlich weniger Gewinn eingefahren und ist bei der Rendite im Autogeschäft hinter Konkurrent Audi zurückgefallen. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen sank um 6,3 Prozent auf 2,75 Milliarden Euro. In der Autosparte brach er gar um mehr als 14 Prozent ein.

Noch stottert der Motor beim Autohersteller BMW nicht, doch die Gewinne liefen zuletzt auf niedrigerer Drehzahl: Bei den Bayern schlagen mehr und mehr höhere Kosten für neue Technik zu Buche. Weil die Münchener neben höheren Vorleistungen im zweiten Quartal auch Gegenwind von Wechselkursen und Rohstoffpreisen bekamen, verdiente das Unternehmen deutlich weniger als ein Jahr zuvor, wie der Dax -Konzern mitteilte. Dabei schnitt BMW aber insgesamt noch etwas besser ab als von Experten gedacht.

An der Börse gab die Aktie nach dem Start dennoch um knapp 2 Prozent nach. Händler sprachen von einer stabilen Entwicklung des Unternehmens. Europaweit waren Aktien aus der Autobranche unter Druck. Dass in diesem Jahr mit rund 7 Milliarden Euro deutlich mehr für neue Technologien wie Elektroautos und autonomes Fahren ausgegeben würde, hatten die Bayern schon mehrfach angedeutet. Im Vorjahr waren es 6,1 Milliarden.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank im zweiten Quartal um 6,3 Prozent auf 2,75 Milliarden Euro. BMW verwies vor allem auf höhere Kosten für Forschung und Entwicklung. Der der Gewinn (Ebit) in der zentralen Sparte Automobile brach gar um 14,5 Prozent ein auf gut 1,9 Milliarden Euro.

Marge merklich gesunken

Wechselkurseffekte sowie höhere Rohstoffpreise kosteten im Kerngeschäft ebenfalls Geld - BMW bezifferte das auf einen niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbetrag. Allerdings hätten große Teile davon durch laufende Einsparungen aufgefangen werden können.

Die vom Kapitalmarkt viel beachtete Marge im Automobilbau sank dennoch von 10,1 Prozent vor einem Jahr auf 8,6 Prozent. Sie lag damit unter jener des Konkurrenten Audi, der für das zweite Quartal eine Marge von 9,2 Prozent vorweisen kann. Daimler verbuchte zwischen April und Juni in seinem Pkw-Geschäft eine operative Rendite von 8,4 Prozent.

In China hätten Kunden nach der Ankündigung niedrigerer Importzölle für Autos aus der EU auch Preissenkungen gefordert, sagte ein Sprecher - der Effekt sei aber geringer ausgefallen als die anderen Belastungen.

"Wir bereiten uns konsequent auf die Anforderungen der Zukunft vor", sagte BMW-Chef Harald Krüger. Der Autobauer hatte bereits zu Jahresanfang darauf verwiesen, dass das Umfeld auch abseits höherer Vorleistungen in neue Technik widriger werde.

Der Umsatz sank wegen der Umrechnung in den starken Euro um knapp drei Prozent auf 25 Milliarden Euro. Ohne den Wechsekurseffekt wäre der Erlös minimal gestiegen. BMW hatte im zweiten Quartal bei der Stammmarke BMW knapp 542.000 Autos verkauft, rund 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Unter dem Strich fiel der Gewinn um sechs Prozent schwächer aus mit 2,1 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis, in das auch die gestiegenen Gewinne der chinesischen Produktions-Joint-Ventures einfließen, ging in ähnlicher Größenordnung ebenfalls zurück. Die Jahresprognosen behielt das Management um Harald Krüger bei.

wed/rei/dpa/Reuters

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