11.07.2018  Autokonzern erhöht Anteil an Joint Venture

BMW schafft historischen Erfolg in China

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Da stapelten sie noch tief: Brilliance-CEO Qi Yumin und BMW-Chef Harald Krüger am Montag nach der Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens in Berlin.
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Da stapelten sie noch tief: Brilliance-CEO Qi Yumin und BMW-Chef Harald Krüger am Montag nach der Unterzeichnung eines Kooperationsabkommens in Berlin.

Der Münchener Autokonzern BMW wird seinen Anteil an einem Joint Venture mit dem chinesischen Autohersteller Brilliance auf mindestens 75 Prozent erhöhen. Das hat die chinesische Regierung auf einer eigenen Nachrichtenseite bekanntgegeben. Chinas Premierminister Li Keqiang wird dort mit den Worten zitiert, eine BMW-Mehrheit mit mehr als 50 Prozent an dem Joint Venture sei beispielhaft und der "erste Fall" in der Autoindustrie. Eine Beteiligung sogar von mehr als 75 Prozent werde derzeit noch diskutiert.

Mit dem Schritt gelingt BMW-Chef Harald Krüger ein historischer Erfolg. Bislang dürfen ausländische Autohersteller auf dem größten Absatzmarkt der Welt nur 50 Prozent an Joint Ventures mit chinesischen Partnern halten. Ab 2022 fällt diese Grenze, und BMW habe als erster internationaler Hersteller vom Staat die Erlaubnis bekommen, seinen Anteil über 50 Prozent zu erhöhen, heißt es in der Branche.

BMW wollte sich dazu nicht äußern. Im Umfeld des Konzerns heißt es aber, die Unternehmen seien sich grundsätzlich einig. Nur noch die Details, vor allem der Preis, müssten ausgehandelt werden. Aktuell hält BMW 50 Prozent an dem Joint Venture BBA. Brilliance hält 40,5 Prozent, die restlichen 9,5 Prozent liegen bei der Stadt Shenyang.

Im Rahmen eines Staatsbesuchs von Premierminister Li Keqiang in Berlin hatten BMW-Chef Harald Krüger und Brilliance-Chairman Yumin Qi am Montag einen

Vertrag zum Ausbau ihrer Partnerschaft unterzeichnet. Anschließend hatten sie aber nur Teile der Vereinbarung bekanntgegeben. So wollen die Unternehmen den iX3 bauen, eine rein elektrische Variante der Geländelimousine X3; und sie wollen ihre gemeinsame Kapazität in China auf 520 000 Autos ausbauen.

Tatsächlich aber vereinbarten Krüger und Yumin Qi in Berlin auch die Erhöhung des BMW-Anteils.

Zudem unterzeichnete BMW in den vergangenen Tagen mehrere neue Abkommen mit chinesischen Partnern. So gründete das Unternehmen in China ein zweites Joint Venture. Gemeinsam mit dem Brilliance-Konkurrenten Great Wall wollen die Bayern dort eine elektrische Variante des Mini bauen.

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