07.11.2018 
Neue Abgastests und hohe Rückstellungen

Gewinneinbruch bei BMW - willkommen im Auto-Club

BMW: Ausgebremst durch Zollstreit und neue Abgas-Messverfahren
BMW
BMW: Ausgebremst durch Zollstreit und neue Abgas-Messverfahren

Bei BMW ist der Gewinn im dritten Quartal überraschend stark eingebrochen. In der Kernsparte Automobile rauschte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 47 Prozent in die Tiefe auf 930 Millionen Euro, wie der Münchener Oberklasse-Autobauer am Mittwoch mitteilte. Das ist deutlich weniger als die knapp 1,2 Milliarden Euro, die Analysten im Schnitt erwartet hatten. Die Aktien gaben am Morgen rund 2 Prozent nach.

Rabattschlachten rund um die WLTP-Umstellung, hohe Rückstellungen für Rückrufe und internationale Handelskonflikte schlugen hier ins Kontor. Zudem blieben die Kosten für neue Technologien wie Elektromobilität und autonomes Fahren sowie die Belastungen aus Wechselkurseffekten und Rohstoffpreisen hoch. Die gesamte Branche sei "zunehmend mit anhaltenden externen Belastungen konfrontiert, die wir in Summe nicht vollständig kompensieren können", sagte Finanzchef Nicolas Peter.

BMW hatte im September seine Jahresziele für 2018 gekappt und für das dritte und vierte Quartal deutliche Wachstumseinbrüche angekündigt. Damals teilten die Münchener zudem mit, dass die Rendite in der Autosparte unterhalb des sonst in der Oberklasse üblichen Korridors von 8 bis 10 Prozent liegen werde. Weil der Umsatz hier dank leicht gestiegener Verkaufszahlen um 3 Prozent auf 21,1 Milliarden Euro zulegte, schrumpfte die Marge vor Zinsen und Steuern im dritten Quartal stärker als von Analysten erwartet - um fast die Hälfte auf 4,4 Prozent. Vor Jahresfrist stand noch ein Wert von 8,6 Prozent zu Buche.

Auch bei Daimler und Audi leiden die Margen

Allerdings musste auch die Konkurrenz zuletzt kräftig Federn lassen. Bei Daimler schrumpfte die Rendite im dritten Quartal auf 6,3 Prozent von 9,0 Prozent.

Bei Audi sackte sie wegen einer 800 Millionen Euro schweren Geldbuße im Dieselskandal im vergangenen Vierteljahr auf 0,8 Prozent ab. Für BMW ist mit dem deutlichen Margenrückgang eine lange Erfolgsserie gerissen: Der Autobauer hatte sich mehr als 30 Quartale lang in dem angepeilten Rendite-Korridor bewegt.

Für das Gesamtjahr bekräftigte der Konzern die reduzierte Prognose, wonach die Ebit-Marge im Autosegment mindestens 7 Prozent betragen soll. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) werde moderat sinken, damit ist ein Rückgang von 5 bis 10 Prozent gemeint. Im dritten Quartal schrumpfte der Vorsteuergewinn um gut 26 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro. Der Überschuss ging um 24 Prozent zurück auf 1,4 Milliarden Euro. Der Umsatz des Konzerns stieg dagegen um fast 5 Prozent auf 24,7 Milliarden Euro.

BMW will Kosten senken - und bleibt mit Blick auf 2019 vorsichtig

BMW stellt sich wegen der Probleme im Marktumfeld auch auf Belastungen im kommenden Jahr ein. "Wir gehen in einem hochvolatilen Umfeld in das letzte Quartal. Wir können nicht ausschließen, dass uns einige der genannten Faktoren auch über das Jahr 2018 hinaus belasten werden", sagte Finanzchef Nicolas Peter am Mittwoch in München in einer Telefonkonferenz. In den vergangenen Monaten seien auf der Kostenseite sowohl kurz- als auch langfristige Maßnahmen beschlossen worden. "Angesichts der beschriebenen Herausforderungen werden weitere Anstrengungen nötig sein, um die Profitabilität zu stützen", sagte Peter.

la/mg/rtr

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