11.07.2018  Robotertaxi-Dienst in Kalifornien geplant

Autonomes Fahren - Daimler und Bosch gegen die IT-Riesen

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Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG Dieter Zetsche
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Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG Dieter Zetsche

Die beiden deutschen Konzerne haben ihre Pläne für Robotertaxen stark beschleunigt. Doch können sie den Vorreiter aus den USA noch einholen?

Der Autokonzern Daimler und der weltweit größte Zulieferer Bosch planen, in Kalifornien autonom fahrende Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Im zweiten Halbjahr 2019 sollen die Tests mit den Robotertaxen starten, gaben die Unternehmen am Mittwoch bekannt - vermutlich in San Francisco. Wie groß die Flotte sein soll, verrieten die Konzerne nicht.

Der Schritt zeigt, dass die Unternehmen ihr Vorhaben deutlich beschleunigt haben. Ursprünglich hatten Daimler und Bosch das Jahr 2023 für den Start ihrer Tests im Straßenverkehr angepeilt.

Druck durch die Konkurrenz dürfte ein Grund dafür sein: Gerade zahlreiche US-amerikanische IT-Konzerne sind bereits seit Jahren dabei, ihre fahrerlosen Wagen zu testen und zu verbessern.

Allen voran ist die Alphabet-Tochter Waymo, die bereits seit neun Jahren in dem Bereich experimentiert. Analysten der Investmentbank UBS sagen voraus, dass sich das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Mountain View den größten Teil des Marktes sichern wird: 60 Prozent bis 2030. Bis dahin würden die Umsätze der Branche weltweit 2,8 Billionen US-Dollar betragen.

"Entwicklung des automatisierten Fahrens ist wie ein Zehnkampf"

Waymo ist das erste Unternehmen, das Kunden autonome Taxen ganz ohne Fahrer bestellen lässt. In Phoenix, Arizona, soll der Service im Laufe dieses Jahres ausgebaut werden, wie Waymo-CEO John Krafcik bei der Google-Entwicklerkonferenz ankündigte. Es hieß, Waymos gesamte Flotte würde täglich mehr Meilen zurücklegen als ein durchschnittlicher US-Amerikaner pro Jahr.

Der Staat Kalifornien hatte Versuchsfahrten ohne Fahrer Anfang April dieses Jahres unter bestimmten Bedingungen ebenfalls erlaubt. Die deutschen Konzerne Daimler und Bosch allerdings planen zunächst nicht, ihre Wagen ganz ohne Sicherheitsfahrer losrollen zu lassen. "Die serienreife Entwicklung des automatisierten Fahrens ist wie ein Zehnkampf", sagte Bosch-Produktbereichsleiter Stephan Hönle. Es reiche nicht, nur eine oder zwei Disziplinen zu beherrschen.

Vorsichtig mit ihren Aussagen müssen die forschenden Unternehmen sein - spätestens seit ein Testfahrzeug des Mobilitäts-Start-ups Uber in Arizona eine Fußgängerin erfasste, die an den Folgen des Unfalls starb. Einige Anbieter wie Uber selbst oder auch zeitweise Toyota hatten daraufhin ihre Tests gestoppt.

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