11.06.2018  Handelsstreit mit USA

Autoverband fordert Abschaffung von Zöllen

Exportwagen in Emden: "Schafft die Zölle ab und setzt auf beiden Seiten gegenseitige Standards"
DPA
Exportwagen in Emden: "Schafft die Zölle ab und setzt auf beiden Seiten gegenseitige Standards"

Angesichts der jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump zu möglichen Importzöllen befürchtet Deutschlands Autobranche eine Eskalation des Handelsstreits mit den USA. "Ich bin über die Entwicklung der transatlantischen Beziehungen sehr besorgt", sagte der Präsident des Autoverbands VDA, Bernhard Mattes, der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). "Aktuell wird eine Politik der Abschottung und des Protektionismus verfolgt."

Die EU baue gerade eine Gegenposition zu US-Zöllen auf. Allerdings könnten Zölle auf US-Produkte auch neue Gegenreaktionen mit sich bringen. Seit Anfang Juni gelten auch für die EU sogenannte Strafzölle der USA auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren.

"Ich bin weiterhin für freien und fairen Handel und sehe die Lösung in der Fortsetzung der Verhandlungen. Schafft die Zölle ab und setzt dafür auf beiden Seiten des Atlantiks gegenseitige Standards", forderte Mattes.

Trump hatte in einem Twitter-Statement anlässlich des Rückzugs von der geplanten G7-Abschlusserklärung erklärt, die USA prüften weiter Zölle auf "den US-Markt flutende Automobile". Trump hatte schon häufiger mit Importzöllen auf deutsche Autos von BMW und Daimler gedroht.

Deutsche Autos könnten mit Importzöllen in den USA zwar teurer werden, sagte Mattes. Dennoch sei nicht zu erwarten, dass den deutschen Autobauern das Geschäft komplett wegbreche: "Schon bisher haben sich deutsche Modelle in den USA nicht in erster Linie über den Preis verkauft."

la/dpa

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