10.08.2018  Klare Kursanstiege trotz Vorsichtsprognosen

Warum deutsche Autoaktien plötzlich Grip haben

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BMW-Hybridsportwagen i8 Roadster: Auch die Aktie des bayerischen Autoherstellers zog es zuletzt deutlich nach oben
BMW
BMW-Hybridsportwagen i8 Roadster: Auch die Aktie des bayerischen Autoherstellers zog es zuletzt deutlich nach oben

Volkswagen, Daimler und BMW haben für ihre Jahresprognosen die Erwartungen gebremst und teils maue Zahlen vorgelegt. Dennoch trotzte das deutsche Autobauertrio zuletzt erfolgreich widrigen Börsenbedingungen. Der Hauptgrund dafür liegt ausgerechnet in den USA.

Eine ganze Menge Quartalszahlen deutscher Großunternehmen, der weiterhin schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China, und zuletzt die Währungskrise in der Türkei: In diesem Umfeld wundert es kaum, dass der deutsche Leitindex Dax zuletzt kaum von der Stelle kam. Am Montag ging er mit 12.632 Zählern in den Handel, am Freitagmittag hielt er bei 12.480 Punkten - er trat also auf der Stelle, wie Börsianer solche Seitwärtsbewegungen gerne nennen.

Doch unter den 30 Dax-Unternehmen gab es in den vergangenen Tagen eine Gruppe, die sich leise nach oben hangelt: Die Kurse der drei großen deutschen Autohersteller legten zu. Beim Autoriesen Volkswagen war der Kursanstieg mit 3,10 Prozent innerhalb einer Woche deutlich. Auch für Daimler ging es binnen Wochenfrist bis Freitagmittag um 2,8 Prozent aufwärts, die BMW-Aktie legte in diesem Zeitraum gar um 4,5 Prozent zu.

Das ist durchaus bemerkenswert, denn die drei großen Autohersteller hatten sich zuletzt eher verhalten über ihre Erwartungen für dieses Jahr geäußert. Bei der Vorlage seiner Halbjahreszahlen Anfang August erklärte BMW etwa, in diesem Jahr "nur" noch einen Vorsteuergewinn auf Vorjahresniveau zu erwarten. Vor drei Monaten hatte BMW noch "mindestens" das Niveau des Vorjahres angestrebt.

Daimler bestätigte Ende Juli die vor einigen Wochen gesenkte Ergebnisprognose: Im Vergleich zum Vorjahr soll das Betriebsergebnis um 5 bis 10 Prozent zurückgehen, der Pkw-Absatz soll leicht sinken. Im zweiten Quartal fiel bei Daimler zudem die Umsatzrendite auf 8,4 Prozent, der Quartalsgewinn ging um 30 Prozent zurück. Und ab Juli verteuern die Zollerhöhung Chinas auf US-Importe die nach China gelieferten Mercedes-SUVs.

Das größte Risiko für die Autobauer scheint erst einmal gebannt

Auch Volkswagen hat Anfang August sein Renditeziel für 2018 relativiert - trotz eines guten zweiten Quartals. Den Wolfsburgern setzt die Umstellung auf den neuen WLTP-Prüfzyklus zu, die angepeilte operative Umsatzrendite von 6,5 bis 7,5 Prozent will der Volkswagen-Konzern im Jahr 2018 nur unter Ausklammerung von Sonderbelastungen erreichen.

All das könnte Investoren der Autobauer beunruhigen - das tut es aber offenbar nicht. Denn das größte Risiko für die deutschen Autohersteller scheint gebannt: Die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Einfuhrzölle für deutsche Luxusautos in die USA. Vor zweieinhalb Wochen reiste EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nach Washington - und es gelang ihm, den Handelsstreit erstmal zu beruhigen. Allzu handfestes kam dabei zwei nicht heraus. Statt Zollschranken hochzuziehen, verhandeln beide Seiten darüber, wie sie Handelshemmnisse abbauen können. Aber immerhin: Solange die Verhandlungen laufen, soll es keine Strafzölle geben.

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