10.08.2018 
Klare Kursanstiege trotz Vorsichtsprognosen

Warum deutsche Autoaktien plötzlich Grip haben

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BMW-Hybridsportwagen i8 Roadster: Auch die Aktie des bayerischen Autoherstellers zog es zuletzt deutlich nach oben
BMW
BMW-Hybridsportwagen i8 Roadster: Auch die Aktie des bayerischen Autoherstellers zog es zuletzt deutlich nach oben

2. Teil: Wie ein Analyst seine Kaufempfehlungen für BMW und VW begründet

Völlig vom Tisch sind die Einfuhrzölle damit nicht - doch sie sind immerhin in weitere Ferne gerückt. Und diese Aussichten verfangen auch bei den Investoren. Vor dem Treffen ging es für deutsche Autoaktien deutlich abwärts, nun wittern viele eine gute Gelegenheit. Analyst Frank Schwope von der NordLB etwa stufte die BMW-Aktie jüngst auf Kaufen hoch - wegen des relativ niedrigen Bewertungsniveaus.

Und auch den Kauf von Volkswagen-Vorzugsaktien empfiehlt Schwope zurzeit. Das operative Geschäft laufe gut, Schwope erwartet zudem noch deutliche Erfolge bei der Umstrukturierung des Autoriesen. Zudem sei Volkswagen vom amerikanisch-chinesischen Handelskonflikt nicht betroffen, meint er. Denn Volkswagen verschifft kaum Fahrzeuge von den USA ins Reich der Mitte - sondern baut den überwiegenden Teil der in China verkauften Fahrzeuge vor Ort.

Einzig bei Daimler ist der NordLB-Mann skeptischer. Die Stuttgarter seien auch nach der Gewinnwarnung noch Risiken ausgesetzt, schreibt er in seinem jüngsten Bericht. So könnten auf die Schwaben noch Zahlungen durch den sich ausweitenden Dieselskandal oder den Kartellverdacht in Deutschland zukommen. Und die Einführung von Strafzöllen in China auf US-Importe trifft Daimler härter als Volkswagen.

Welche Autoaktie gegen den Strafzollstreit fast völlig immun ist

An zugkräftigen Autoaktien interessierte Investoren, die dem Strafzollstreit komplett aus dem Weg gehen möchten, können einen prüfenden Blick auf den französischen Autohersteller PSA Group werfen. Der hat den Vorteil, mit seinen Marken Peugeot, Citroën, DS und Opel keine Autos in den USA zu verkaufen - und auch keine Fabriken in dem Land zu besitzen. Der Nachteil: PSA macht einen Großteil seines Geschäfts in Europa, das China-Geschäft ist trotz aller Bemühungen noch vergleichsweise klein. Und mit dem Kauf von Opel hat sich PSA einen Sanierungsfall der härteren Art ins Haus geholt.

Doch die Franzosen haben Ende Juli mit ziemlich guten Halbjahreszahlen geglänzt: Der Autohersteller hat seine Gewinnmarge von 7,4 auf 7,8 Prozent hochgehievt. Auch der Umsatz legte - dank des Opel-Kaufs - um 40 Prozent zu, der Konzerngewinn stieg um 18 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Sogar die Tochter Opel schaffte im ersten Halbjahr 2018 ein Betriebsergebnis von 502 Millionen Euro. PSA-Chef Carlos Tavares nannte das das "erste Zeichen einer erfolgreichen Kehrtwende".

Die Investoren scheinen ihm zu glauben: Auf Monatsfrist gesehen stieg der Kurs der PSA-Aktie um rund 21 Prozent, in der vergangenen Woche waren es 4,7 Prozent Zuwachs. Gelingt Tavares der Turnaround von Opel, ist noch Luft nach oben beim Kurs.

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