30.09.2018 
Rücktritt als Chairman

Musk rettet zumindest einen Topjob bei Tesla

Zwangsräumung: Elon Musk darf für drei Jahre nicht mehr Chairman von Tesla sein.
AP
Zwangsräumung: Elon Musk darf für drei Jahre nicht mehr Chairman von Tesla sein.

Elon Musk muss einen großen Teil seiner Macht beim Elektroauto-Hersteller Tesla abgeben. Der Unternehmer habe eingewilligt, innerhalb von 45 Tagen vom Amt des Chairman zurücktreten, teilte die US-Börsenaufsicht SEC am Samstag mit. An seine Stelle müsse eine unabhängige Person treten, Musk selbst dürfe für drei Jahre nicht wiedergewählt werden.

Das Amt des Chairman ist noch einflussreicher als das des Aufsichtsratsvorsitzenden nach deutschem Recht und wird häufig in Personalunion mit dem Job des Vorstandsvorsitzenden (CEO) geführt. Tesla-CEO darf Musk bleiben.

Der Ukas der SEC ist Teil eines Kompromisses zwischen der Börsenaufsicht und Elon Musk über falsche Informationen des Unternehmers. Der 47-Jährige hatte am 7. August getweetet, er habe genügend Geld beisammen, umTesla von der Börse zu nehmen und dafür 420 Dollar je Aktie zu zahlen. Der Kurs war entsprechend gesprungen. Kurze Zeit später stellte sich heraus, dass Musk die Finanzierung keineswegs gesichert hatte. Folglich musste er den Deal absagen. Am Donnerstag hatte die SEC schließlich Klage gegen Musk eingereicht, die durch die am Samstag bekannt gewordene Einigung hinfällig werden soll.

Die öffentliche Disqualifizierung Musks durch die Börsenaufsicht trifft Tesla in einer sensiblen Phase. Das Unternehmen kämpft in diesen Monaten gleich an mehreren Fronten um Glaubwürdigkeit: Das Massen-Modell Model 3 ist zwar von Fachleuten gelobt worden, unklar ist aber, ob Musk und Tesla es rasch in der versprochenen Stückzahl herstellen können - was wiederum mitentscheidend für die finanzielle Solidität Teslas ist.

Sehen Sie hier Teslas Model 3 im mm-Schnelltest:

Die SEC bemängelt nun in ihrer Stellungnahme vom Samstag, Tesla habe keine Prozesse eingeführt, um sicherzustellen, dass Musks Mitteilungen korrekt und vollständig seien. Tesla hat deswegen als Teil der Einigung auch zugestimmt, eine Qualitätskontrolle für die Kommunikation ihres Gründer, Großaktionärs und CEO einzuführen. Musk hält rund 22 Prozent an Tesla.

Zudem würden zwei neue unabhängige Manager in das Board einziehen. Tesla und Musk müssen zudem jeweils 20 Millionen Dollar zahlen, mit denen geschädigte Tesla-Anleger entschädigt werden sollen.

soc

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