21.09.2017  Zetsche setzt auf Strom

Daimler baut E-Auto-Fabrik für eine Milliarde in den USA

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Daimler-Chef Dieter Zetsche und die Elektro-SUV-Studie EQ.
DPA
Daimler-Chef Dieter Zetsche und die Elektro-SUV-Studie EQ.

Daimler investiert eine Milliarde Dollar (840 Millionen Euro) in die Elektroauto-Fertigung in den USA. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag anlässlich der Feier zum 20. Jahrestag des Produktionsbeginns in dem Werk in Tuscaloosa mit. Zunächst hatte das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, darüber berichtet. An dem Standort im Bundesstaat Alabama sollen demnach 600 neue Arbeitsplätze entstehen.

In dem Werk Daimlers soll neuer Elektro-SUV aus der EQ-Reihe gefertigt werden. Das Auto wurde erstmals auf der Automesse in Paris 2016 vorgestellt und lässt sich zumindest in Norwegen bereits vorbestellen. Auch die Batterien für den Wagen will Daimler vor Ort in einer neuen Fabrik herstellen.

"Wir sind stolz, dass Tuscaloosa eine wichtige Rolle beim Wandel zur Elektromobilität spielen soll", erklärte der Mercedes-Chef in den USA, Jason Hoff. In Tuscaloosa produziert das Unternehmen neben SUVs auch die C-Klasse-Limousine für den nordamerikanischen Markt. In dem Werk sind derzeit nach Angaben des Unternehmens 3700 Mitarbeiter beschäftigt.

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Mit der neuen Fertigung baut Daimler sowohl seine Aktivitäten bei Elektroautos als auch den Standort USA aus. Ausländische Hersteller waren zuletzt stark unter Druck geraten, in den USA zu produzieren, weil Präsident Donald Trump dies zu einer Priorität gemacht hatte.

Insgesamt will Daimler bis 2022 sämtliche Modelle auch mit einem elektrifizierten Antrieb anbieten. Auch in China fährt das Unternehmen seine Elektro-Aktivitäten hoch.

Für Aufsehen geregt hatte Unternehmens-Chef Dieter Zetsche zuletzt, als er Elektroautos als Rendite-Killer gewertet hatte. Angesichts des nahezu branchenweiten Trends zu Batteriefahrzeugen bleibt Zetsche jedoch kaum etwas anderes übrig, als diesen Weg auch zu beschreiten.

Auch BMW hatte vor drei Monaten weitere Großinvestitionen in den USA angekündigt. Das Unternehmen will in den Jahren 2018 bis 2021 weitere 600 Millionen Dollar in die Fabrik in Spartanburg im South Carolina stecken. Spartanburg ist die weltweit größte Produktionsstätte von BMW.

mit afp

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