18.09.2017  Autobauer aus der Volksrepublik greifen an

Wie China seinen Machtwillen auf der IAA demonstriert

Von und , Frankfurt am Main
Luxusauto der Great-Wall-Nobelmarke Wey
AP
Luxusauto der Great-Wall-Nobelmarke Wey

Wellen Sham blättert in den Visitenkarten, die er auf der IAA eingesammelt hat. "Der war es", sagt der Chef des taiwanesischen Elektroauto-Startups Thunder Power, als er ein Kärtchen mit dem Aufdruck des chinesischen Daimler-Partners BAIC zu fassen bekommt. "Der hat mir vorhin eine Kooperation beim Chassis angeboten", sagt Sham im Gespräch mit manager-magazin.de und schüttelt den Kopf. "Aber ich habe das nicht nötig. Ich mache das lieber allein."

Der stämmige Sham ist nur einer von zahlreichen Auto-Topmanagern aus China und Umgebung, die auf dieser IAA ihr stetig wachsendes Selbstbewusstsein ungefiltert zur Schau stellen. Teils mit markigen Worten, teils freundlich-zurückhaltend, melden sie einen Führungsanspruch in der Branche an. Und untermauern ihn mit vielen neuen dicken SUVs, eleganten Elektro-Limousinen und Coupés, die an den Ständen von Chery, Great Wall oder eben Thunder Power glitzern.

Thunder-Power-Chef Wellen Sham
Getty Images
Thunder-Power-Chef Wellen Sham

Es ist ein bunter, heterogener Haufen von Unternehmen und Führungskräften, die da nach der Auto-Macht greifen. Die einen kommen eher unterwürfig daher, die anderen beinahe hochmütig. Manche Firma setzt voll auf autonomes Fahren und vernetzte Autos, die nächste will extreme Reichweiten aus Antriebsbatterien herauskitzeln, eine andere klassische Benziner verkaufen.

Die meisten chinesischen Auto-Aufsteiger eint jedoch die Hoffnung, dass die Zeit für sie jetzt endlich reif ist. Und tatsächlich spricht vieles dafür, dass sich Volkswagen , Toyota , aber auch Daimler und Co. in Acht nehmen sollten vor dem, was da wohl kommt:

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